Strohpellets vs. klassisches Stroh: Wo Landwirte am Ende wirklich sparen
Strohpellets vs. klassisches Stroh: Wo Landwirte am Ende wirklich sparen
Wer als Landwirt schon einmal Strukturpellets kalkuliert hat, kennt den ersten Reflex:
Der Kilopreis ist höher als bei klassischem Stroh, also scheint sich die Sache eigentlich schon erledigt zu haben. Genau an diesem Punkt hören viele Betriebe auf zu rechnen, und genau das ist der Denkfehler, der am Ende bares Geld kostet.
Denn wer nur den Preis pro Kilogramm betrachtet, vergleicht zwei völlig unterschiedliche Materialien, als wären sie das Gleiche.
Strohpellets werden in ganz anderen Mengen eingesetzt als klassisches Stroh, sie verhalten sich anders in der Box, im Stall und beim Ausmisten. Dieser Artikel zeigt, was passiert, wenn man ehrlich zu Ende rechnet, mit Studien, Praxisbeispielen und einer klaren Übersicht.
Der ehrliche Kostenvergleich: Was Landwirte oft übersehen
Der reine Kilopreis ist nur die Spitze des Eisbergs. Die eigentlichen Kosten stecken woanders: In der Arbeitszeit, im Verbrauch, im Lagerbedarf und in der Mistmenge, die am Ende entsorgt werden muss. Klassisches Stroh hat dabei einige versteckte Kostenpunkte, die im Alltag leicht untergehen:
- Höherer Verbrauch pro Einstreuvorgang
- Größerer Lagerbedarf im Betrieb
- Mehr Arbeitszeit beim Ausmisten
- Größere Mistmengen und höhere Entsorgungskosten
- Staub-Belastung von Tier und Mensch
- Selektionsverhalten der Tiere bei der Zufütterung, weil Stroh oft aussortiert und zertreten wird
- Mögliche Verunreinigung durch Pilze oder Bakterien
Wer nur den Anschaffungspreis sieht, bekommt ein unvollständiges Bild. Erst die Gesamtrechnung zeigt, welches Material am Ende wirklich wirtschaftlicher ist.

Man muss die Gesamtrechnung machen, um herauszufinden, welches Material besser geeignet ist.
Die HAFL-Studie: 12 Minuten Ausmisten statt 17 Minuten, wissenschaftlich belegt
Die Schweizer Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) hat in einer sechswöchigen Studie unter Praxisbedingungen fünf Pferdeboxen mit verschiedenen Einstreumaterialien verglichen. Das Ergebnis war eindeutig:
| Einstreumaterial | Ausmistdauer für 5 Boxen |
|---|---|
| Strukturpellets | 12 Minuten |
| Langstroh | 17 Minuten |
| Hobelspäne | 23 Minuten |
Zwar waren Strohpellets bei den reinen Anschaffungskosten teurer, doch die Studie kommt zu einem klaren Fazit: Rechnet man Arbeitszeit und Mistentsorgung mit ein, weisen Strukturpellets ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis auf.
Unterm Strich sind sie damit die wirtschaftlichere Wahl. Auch die Mistmenge war bei den Pellets signifikant weniger als bei Langstroh.
HfWU Nürtingen-Geislingen: Weniger Staub bedeutet weniger Belastung für Tiere und Mensch
Ein zweiter, oft unterschätzter Faktor ist die Luftqualität im Stall. Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) hat untersucht, wie sich verschiedene Einstreuarten auf die Staubkonzentration in der Stallluft auswirken.
Das ist ein entscheidendes Detail, denn weniger Staub bedeutet weniger Belastung für die Atemwege der Tiere und für die Menschen, die täglich im Stall arbeiten. Gerade bei empfindlichen Tieren macht sich das bemerkbar.
Saugfähigkeit im Vergleich: Warum 1 Kilogramm Strohpellets so viel leistet
Ein weiterer Grund, warum der reine Mengenverbrauch bei Strukturpellets so viel weniger ist, ist die Saugfähigkeit. Pellets binden bis zu 400 Prozent ihres Eigengewichts an Flüssigkeit. Das entspricht etwa der zwölffachen Saugkraft von klassischem Stroh.
Der Grund liegt in der Herstellung: Bei der Pelletierung wird die Ligninschicht des Strohs aufgebrochen, wodurch die Faser deutlich mehr Flüssigkeit aufnehmen kann als loses oder gehäckseltes Stroh. Genau das erklärt, warum deutlich weniger Material für die gleiche Einstreuleistung nötig ist.
Praxisbeispiele: Was der Umstieg im Alltag tatsächlich bringt
Studien sind eine gute Grundlage, aber die Praxis zeigt oft am deutlichsten, was eine Umstellung wirklich verändert.
Andreas Pflügl: Nur noch 25 Prozent der ursprünglichen Einstreumenge
Andreas Pflügl betreibt den Aktivstall Pflügl in Gatterberg, Landkreis Erding, einen Pensionsbetrieb für Pferde. Vor der Umstellung setzte er klassisches Stroh ein. Nach einem Jahr mit Strukturpellets zieht er ein eindeutiges Fazit: Er benötigt nur noch etwa 25 Prozent der ursprünglichen Stroh-Einstreumenge.

Andreas Pflügl betreibt den Aktivstall Pflügl in Gatterberg, Landkreis Erding, einen Pensionsbetrieb für Pferde.
Das hat einen direkten Effekt auf den Betrieb: Deutlich weniger Lagerplatz wird gebraucht, und die freigewordene Fläche lässt sich anderweitig nutzen, ein Vorteil, der auf vielen Betrieben mit knappem Platzangebot besonders groß ist.
Familie Hetzel: Einmal pro Woche statt täglich einstreuen
Familie Hetzel bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb mit 60 Kühen im Landkreis Landshut und setzt Strukturpellets in den Liegeboxen ein. Statt täglich neu einzustreuen, genügt es, einmal pro Woche mit Lader und Dosierschaufel nachzulegen.
Zwischen den Einstreuvorgängen läuft nur die tägliche Reinigung, also Mist herausnehmen und Pellets etwas verteilen. Das reduziert den Arbeitsaufwand deutlich und genau das macht auf jedem Betrieb mit ohnehin knapper Arbeitszeit einen großen Unterschied.
Weitere Vorteile, die in der Gesamtrechnung zählen
Neben Arbeitszeit und Verbrauch gibt es noch weitere Effekte, die in der Fachpresse mehrfach belegt sind und die Gesamtrechnung zusätzlich zugunsten von Strukturpellets verschieben:
- Geringeres Mistvolumen: Die Pellets fallen weniger und konzentrierter an.
- Schnellere Kompostierung: Der Mist kompostiert innerhalb von etwa acht Wochen vollständig, was die Entsorgung erleichtert.
- Weniger Lagerraum: Eine Palette Strohpellets ersetzt mehrere Strohballen.
- Besseres Stallklima: Ammoniak wird effektiv gebunden, was sich messbar auf die Luftqualität auswirkt.
- Praktisch keimfrei: Durch die thermische Behandlung bei der Herstellung, wichtig für empfindliche Tiere wie hufkranke Pferde, Milchkühe mit Zellzahlproblemen oder Kälber.

Die Kühe lieben die weiche und trockene Matratze.
Für welche Betriebe sich der Umstieg besonders lohnt
Nicht jeder Betrieb hat die gleichen Anforderungen, aber bestimmte Ausgangslagen machen den Umstieg besonders attraktiv:
- Milchviehbetriebe mit Fokus auf Eutergesundheit und Zellzahlreduktion
- Pferdebetriebe mit empfindlichen oder hufkranken Tieren
- Betriebe mit knappem Lagerraum
- Betriebe, die Arbeitszeit sparen wollen
- Betriebe, die Fütterungsroboter nutzen und Rohfaser präzise dosieren wollen
- Alle Betriebe, die den Arbeitsaufwand rund um die Einstreu reduzieren möchten
Warum Strukturpellets von Lorenz Waldinger die richtige Wahl sind
Als Lohnunternehmer produziere ich meine Strukturpellets selbst mit der Krone Premos 5000. Durch die hohe Verarbeitungstemperatur bei der Herstellung sind die Pellets weitgehend staub- und keimfrei, das macht sie auch für sensible Tiere geeignet.
Zusätzlich biete ich meine Pellets in verschiedenen Sorten an: Weizenstroh-Pellets zum Einstreuen sowie Heu- und Gerstenstroh-Pellets zur Fütterung. So lässt sich für unterschiedliche Betriebsanforderungen die passende Variante finden.
Fazit: Wer richtig rechnet, spart mit Strohpellets
Der Kilopreis-Vergleich zwischen Stroh und Strohpellets führt in die Irre, wenn er isoliert betrachtet wird. Erst die Gesamtrechnung, mit Arbeitszeit, Verbrauchsmenge, Lagerraum, Mistmenge und Stallklima, zeigt das tatsächliche Bild.
Wissenschaftliche Studien wie die der HAFL und der HfWU Nürtingen-Geislingen sowie Praxisbeispiele wie Andreas Pflügl und Familie Hetzel belegen das eindeutig.
Stroh hat seine Berechtigung, gerade wegen regionaler Verfügbarkeit und dem niedrigeren Anschaffungspreis. Doch wer langfristig Arbeitszeit, Lagerplatz und Mistmenge reduzieren will, kommt an Strohpellets kaum vorbei.
Du möchtest wissen, wie viel du in deinem Betrieb wirklich sparen kannst?
Dann vergeude am besten keine Zeit mehr mit Theorie und probier es einfach aus.
Bei uns kannst du einen Big Bag mit 500 Kilogramm zum Testen bekommen, ohne gleich eine große Menge zu bestellen. So siehst du in deinem eigenen Betrieb, wie deine Tiere reagieren und wie sich die Pellets in deinen Betriebsablauf einfügen.
Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit für eine direkte Anfrage findest du auf strukturpellets-waldinger.de.
Häufige Fragen zum Thema
Sind Strohpellets wirklich günstiger als klassisches Stroh?
Beim reinen Kilopreis ist Stroh günstiger. Rechnet man aber Arbeitszeit, Verbrauchsmenge, Lagerraum und Mistmenge mit ein, weisen Strohpellets laut HAFL-Studie ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis auf und sind unterm Strich die wirtschaftlichere Wahl.
Wie viel weniger Einstreu braucht man mit Strohpellets?
Im Praxisbeispiel von Andreas Pflügl reduzierte sich die benötigte Einstreumenge nach der Umstellung auf etwa 25 Prozent der ursprünglichen Stroh-Menge.
Wie viel Arbeitszeit spart man mit Strohpellets beim Ausmisten?
Die HAFL-Studie hat für fünf Pferdeboxen eine Ausmistdauer von 12 Minuten mit Strohpellets gemessen, gegenüber 17 Minuten bei Langstroh und 23 Minuten bei Hobelspänen.
Wie hoch ist die Saugkraft von Strohpellets im Vergleich zu Stroh?
Strohpellets binden bis zu 400 Prozent ihres Eigengewichts an Flüssigkeit, das entspricht etwa der zwölffachen Saugkraft von klassischem Stroh.
Für welche Tierarten eignen sich Strohpellets besonders?
Besonders geeignet sind sie für empfindliche Tiere wie hufkranke Pferde, Milchkühe mit Zellzahlproblemen oder Kälber, da sie durch die thermische Behandlung bei der Herstellung praktisch keimfrei sind.
Kann man Strohpellets vor einer größeren Bestellung testen?
Ja, es gibt die Möglichkeit, einen Big Bag mit 500 Kilogramm zum Testen zu bekommen, um im eigenen Betrieb zu prüfen, wie die Tiere reagieren und wie die Pellets im Ablauf funktionieren.
Warum kompostiert Mist mit Strohpellets schneller?
Der Mist aus Strohpellets fällt konzentrierter und in geringerem Volumen an und kompostiert innerhalb von etwa acht Wochen vollständig, was die Entsorgung erleichtert.