Vom Angestellten zum Investor: So gelingt dein zweites Standbein
Vom Angestellten zum Investor - mit Marko Haselböck
Stell dir vor, du machst das, was du gerade beruflich tust, noch weitere 30 Jahre – Tag für Tag, 9 to 5, mit dem Wochenende als einzigem Lichtblick. Klingt anstrengend? Genau diese Vorstellung ist für viele Angestellte der Moment, in dem sie anfangen umzudenken.
Denn wer heute zwischen 30 und Mitte 40 ist, muss realistisch betrachtet bis 70 arbeiten – es sei denn, er schafft sich rechtzeitig eine Alternative. Börsen- und Immobilieninvestor Marco Haselberg, seit 1997 selbst in beiden Welten aktiv, zeigt einen Weg auf, wie aus Angestellten nebenberufliche Investoren werden – ganz ohne Kündigung oder Risiko-Abenteuer.
Das Hamsterrad, das niemand wirklich will
Die Realität vieler Arbeitnehmer sieht ähnlich aus: aufstehen, arbeiten, nach Hause, kurz Familie genießen, schlafen, von vorn. Läuft das 30 weitere Jahre so, kippt bei vielen irgendwann die Motivation. Nicht selten sind es genau die Kolleg:innen über 50, die frustriert zur Arbeit gehen, häufiger krankgeschrieben sind und innerlich schon den Abreißkalender bis zur Rente zählen. Das Perfide daran: Ohne Plan B gibt es aus dieser Spirale keinen Ausweg – man harrt aus, bis das Rentenalter erreicht ist.
Haselböck macht klar: Es geht nicht darum, den Job zu haten oder sofort zu kündigen. Es geht um die ehrliche Frage, ob du dir vorstellen kannst, dein aktuelles Arbeitsleben unverändert bis zur Rente fortzuführen. Fällt die Antwort mit „eher nein“ aus, bleiben zwei Wege: entweder einen Job finden, der auch in 30 Jahren noch Bestand hat (angesichts von KI und Automatisierung eine gewagte Wette), oder sich ein zweites, selbstbestimmtes Standbein aufbauen.
Die drei Bausteine auf dem Weg zum Investor
Genau hier setzt Haselbergs Drei-Punkte-Modell an – eine Anleitung, wie berufstätige Menschen nebenbei zu Investoren werden, ohne ihren Job aufzugeben.

Marko Haselböck - Investor seit 1997
1. Der Mindset-Shift: Zeit gegen Geld war gestern
Von klein auf lernen wir: Arbeitszeit wird gegen Geld getauscht. Eine Stunde Arbeit, ein Stundenlohn. Das Problem dabei: Der Tag hat nur 24 Stunden, und irgendwann stößt du an eine Decke, durch die du nicht mehr durchbrichst – egal wie viele Überstunden du schiebst.
Der entscheidende Gedankenwechsel lautet: Geld wird zum Werkzeug, nicht zum Ziel. Statt mehr Zeit gegen mehr Geld zu tauschen, investierst du dein bereits verdientes Geld so, dass es für dich weiterarbeitet – rund um die Uhr, ganz ohne zusätzlichen Zeiteinsatz. Marko Haselböck nennt dieses Prinzip das „Money Flying Wheel“: Einmal in Bewegung gesetzt, dreht sich das Rad von selbst weiter.
2. Investieren läuft parallel zum Job
Der zweite Punkt nimmt vielen die größte Sorge: Du musst weder kündigen noch deine Stunden reduzieren. Ob Vollzeit, Schichtarbeit oder Teilzeit – Investieren ist an keine Öffnungszeiten gebunden. Die Börse kennt kein Wochenende, das dich ausschließt. Das macht diesen Weg so attraktiv: Er lässt sich vollständig neben dem bestehenden Alltag aufbauen.
3. Skalierung ist der eigentliche Hebel
Der dritte und vielleicht wichtigste Punkt: Einmalige Investitionen reichen nicht. Der wahre Hebel entsteht, wenn regelmäßig neues Geld ins Depot fließt – zum Beispiel per Dauerauftrag mit 50, 100 oder 500 Euro monatlich. Kombiniert mit einer zweistelligen Jahresrendite entsteht ein Zinseszinseffekt, der sich über Jahre potenziert.
Marko Haselböck veranschaulicht das mit einem einfachen Bild: Wirfst du jeden Monat einen weiteren Euro in eine „Waschmaschine“, die sich verdoppelt, wachsen die einzelnen Einwürfe unterschiedlich schnell – aber in Summe entsteht ein enormer Vermögenszuwachs, der ohne regelmäßiges Nachlegen niemals möglich wäre.
Was bringt dir der Sprung zum Investor konkret?
| Situation | Angestellter ohne Investments | Angestellter mit Investor-Standbein |
|---|---|---|
| Ab 50/55 Jahren | Muss weiter Vollzeit arbeiten | Kann Stunden reduzieren |
| Rentenalter | Arbeiten bis 70 oft unausweichlich | Früherer Ausstieg möglich |
| Entscheidungsfreiheit | Arbeiten aus Notwendigkeit | Arbeiten aus freier Entscheidung |
| Zusatzeinkommen | Nicht vorhanden | Passiv durch Investitionen |
Wer diesen Weg konsequent geht, gewinnt vor allem eines: Wahlfreiheit. Macht der Job weiterhin Spaß, kann man arbeiten, solange man möchte. Wird die Luft dünner, ermöglicht das aufgebaute Vermögen einen Ausstieg oder eine Reduzierung der Arbeitszeit – selbstbestimmt statt aus Mangel heraus.

Der Weg vom Angestellten zum Investor mit Marko Haselböck, Experte für Vermögensaufbau
Fazit: Der Unterschied liegt im Tun, nicht im Wissen
Der Weg vom Angestellten zum Investor erfordert keinen radikalen Bruch mit dem bisherigen Leben. Es braucht einen mentalen Perspektivwechsel, etwas Disziplin bei den monatlichen Sparraten und die Bereitschaft, sich mit den Grundlagen von Aktiendepots und Finanzplanung auseinanderzusetzen. Wer heute anfängt, verschafft sich in 15 oder 20 Jahren die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob und wie viel er noch arbeiten möchte – statt sich diese Entscheidung von der Erschöpfung abnehmen zu lassen.
Beobachte dich in dieser Woche einmal selbst: Wie oft denkst du „Ich habe keine Zeit zu investieren“ – und wie viel davon ist eigentlich nur eine Frage der Priorität? Der erste Dauerauftrag von 50 Euro ist oft der schwerste Schritt. Aber er ist der Anfang des eigenen Money Flying Wheels.
Muss ich meinen Job kündigen, um Investor zu werden?
Nein, im Gegenteil – das Modell funktioniert bewusst parallel zum bestehenden Job, unabhängig von Arbeitszeiten oder Schichtmodellen.
Wie viel Geld brauche ich, um anzufangen?
Entscheidend ist nicht die Höhe der Anfangssumme, sondern die Regelmäßigkeit der monatlichen Sparraten – schon kleine Beträge wie 50 oder 100 Euro können durch Zinseszins über Jahre spürbar wachsen.
Was ist der größte Fehler beim Vermögensaufbau?
Einmalig zu investieren und danach nichts mehr nachzulegen. Der eigentliche Hebel entsteht erst durch kontinuierliche, automatisierte Einzahlungen zusätzlich zur Rendite.
Ab wann lohnt sich der Einstieg als Investor?
Je früher, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt – dennoch lohnt sich der Einstieg grundsätzlich in jedem Alter, solange noch ein ausreichend langer Anlagehorizont besteht.
Funktioniert das Prinzip auch bei einem durchschnittlichen Gehalt?
Ja, entscheidend ist weniger die Gehaltshöhe als die konsequente monatliche Sparquote und eine systematische, langfristige Anlagestrategie.