Warum eine betriebliche Altersvorsorge mit Holding-Struktur genial sein kann
Tobias Vetter berät einen GGF zu seiner Einnahmensituation im Alter
Du hast eine Holding-Struktur aufgebaut und fragst dich, ob eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) überhaupt noch Sinn ergibt? Die klare Antwort: Ja – und zwar aus gleich mehreren strategischen Gründen. Viele Unternehmer übersehen nämlich, dass sie trotz prall gefüllter Holding-Kasse im Alter ein Privateinkommens-Problem bekommen können. Wie du das geschickt umgehst und dabei noch massiv Steuern sparst, erfährst du jetzt.

Tobias Vetter zeigt das Holding Setup
Das klassische Holding-Setup und seine Tücken
Die meisten Unternehmer nutzen heute eine bewährte Struktur: Du bist zu 100% an deiner Holding beteiligt, die wiederum alle Anteile deiner operativen GmbH hält. Dein Gehalt beziehst du aus der operativen GmbH – und das durchläuft ganz normal den Einkommensteuerapparat. Soweit, so bekannt.
Das eigentliche Problem beginnt später: Wenn du erfolgreich Vermögen aufbaust und in deine Holding abschöpfst, ergibt es oft kaum Sinn, dieses Kapital einfach wieder auszuzahlen – weder als Gewinnausschüttung noch als Gehalt. Die Steuerlast wäre einfach zu hoch.
Der clevere Ausweg: Darlehen statt Ausschüttung
Statt dein mühsam aufgebautes Vermögen durch Gewinnausschüttungen zu dezimieren, gibt es einen intelligenteren Weg: Du kannst dir ein Darlehen aus deiner Holding geben und als Privatperson Zinsen zurückzahlen.
Noch besser: Du kannst das Depot deiner Holding – gefüllt mit Aktien oder ETFs – mit einem Lombard-Kredit beleihen lassen. Das Ergebnis? Du hast liquide Mittel auf dem Konto der Holding, kannst davon das Darlehen an dich privat auszahlen und musst deine Assets nicht einmal verkaufen.
Auf privater Ebene investierst du dieses Geld dann in Vermögenswerte, die nach einem Jahr steuerfrei veräußerbar sind – beispielsweise Edelmetalle, hochwertige Uhren oder Kryptowährungen. Machst du Gewinne, kannst du dein Darlehen zurückzahlen und hast trotzdem noch Kapital zum Leben übrig.
Die Aktivrente: Neue Spielregeln für die Zukunft
Ein weiterer Faktor, den du auf dem Schirm haben solltest: Deutschland steht vor einem massiven Altersvorsorgeproblem. Die Politik reagiert darauf – aktuell wurde bereits eine sogenannte Aktivrente eingeführt.
Das Konzept: Arbeitnehmer dürfen im Alter zusätzlich 2.000 Euro monatlich steuerfrei verdienen, also 24.000 Euro im Jahr.
Dieser Freibetrag wird in Zukunft sehr wahrscheinlich noch steigen und es ist ebenfalls zu erwarte, dass Selbstständige und Unternehmer in der Zukunft in diese Regelung aufgenommen werden
Das bedeutet für dich: Du könntest dir aus deiner Holding ein Gehalt zahlen, das bis zu einem gewissen Grad steuerfrei bleibt. Eine Option, die heute noch nicht vollständig planbar ist, aber definitiv im Hinterkopf bleiben sollte.
Warum du trotzdem privates Einkommen brauchst
Jetzt wird's interessant: Selbst wenn dein gesamtes Vermögen im Betriebsvermögen liegt, wirst du auf privater Ebene Einkommen benötigen. Warum? Weil manche Ausgaben nur sehr schwer – oder gar nicht – über dein Betriebsvermögen abgewickelt werden können.
Krankenversicherung: Der unterschätzte Posten
Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sind ein Paradebeispiel. Diese musst du privat bezahlen – und das Geld dafür muss irgendwo herkommen. Genau hier kommt die betriebliche Altersvorsorge ins Spiel.
Der Steuervorteil ist enorm: Du zahlst zu 100% steuerfrei aus deiner GmbH in die BAV ein. Später, im Rentenbezug, erhältst du eine monatliche Auszahlung, die du mit deinen Krankenversicherungsbeiträgen verrechnen kannst. Diese Beiträge sind einkommenssteuermindernd – das drückt deinen Durchschnittssteuersatz massiv nach unten.
In der Praxis bedeutet das: Du wirst im Durchschnitt etwa 15% Steuern auf deine BAV-Rente zahlen. Warum so wenig? Weil der Einkommensteuerfreibetrag Jahr für Jahr steigt und du mehr verdienen darfst, ohne Steuern zu zahlen.
Kleidung und andere private Kosten
Ein weiterer Punkt, der gerne unterschätzt wird: Kleidung. Viele Unternehmer sind bereits auf die Nase gefallen, weil sie versucht haben, private Kleidung über das Betriebsvermögen abzuwickeln. Das Finanzamt sieht das in der Regel nicht gern – und du brauchst dafür eine private Finanzierungsquelle.
Der clevere Aufbau: ETFs mit lebenslanger Rente

Tobias Vetter berät einen Gesellschafter-Geschäftsführer zu seiner Einnahmensituation im Alter
Besonders attraktiv wird die BAV, wenn dein Vertrag clever strukturiert ist. Es gibt in Deutschland Verträge, bei denen dein Kapital auch während der Rentenauszahlungsphase investiert bleibt – zum Beispiel in ETFs.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Du erhältst eine monatliche Rente bis zu deinem Lebensende
- Dein Vermögen bleibt investiert und kann weiter wachsen
- Das verbleibende Kapital kann an deine Hinterbliebenen vererbt werden
- Deine Kinder, dein Ehepartner oder andere Begünstigte profitieren
Du kombinierst also laufendes Einkommen mit der Möglichkeit, Vermögen zu vererben – ein extrem attraktiver Faktor für die Nachlassplanung.
Die Rechnung: Warum sich das massiv lohnt
Lass uns das Ganze noch einmal Schritt für Schritt durchgehen:
- Einzahlung: Steuerfrei aus der GmbH in die betriebliche Altersvorsorge
- Investition: Das Kapital wird in ETFs angelegt und wächst langfristig
- Auszahlung: Lebenslange monatliche Rente im Alter
- Verrechnung: Krankenversicherungsbeiträge mindern dein zu versteuerndes Einkommen
- Steuerlast: Durchschnittlich nur etwa 15% statt der üblichen Spitzensteuersätze
Die Steuerersparnis ist dabei nicht zu unterschätzen. Du holst Geld steuerfrei aus dem Unternehmen, lässt es jahrzehntelang wachsen und zahlst später nur einen Bruchteil der Steuern, die bei einer direkten Ausschüttung fällig geworden wären.
Holding-Vermögen ja – aber nicht vergessen: Du brauchst Cash zum Leben
Die zentrale Erkenntnis: Egal wie viel Geld in deiner Holding steckt – du wirst im Alter Einkünfte brauchen, die auf deine Privatperson laufen. Und zwar regelmäßig, nicht nur einmalig. Die betriebliche Altersvorsorge liefert dir genau das: einen verlässlichen Cashflow fürs Alter, den du optimal steuerlich gestalten kannst.
Fazit: Ein unterschätzter Hebel für Holding-Besitzer
Eine betriebliche Altersvorsorge ergibt auch – oder gerade – mit Holding-Struktur enormen Sinn. Sie löst das Problem des fehlenden Privateinkommens im Alter, ermöglicht massive Steuervorteile und schafft gleichzeitig eine vererbbare Vermögenskomponente.
Die Kombination aus steuerfreier Einzahlung, ETF-Investment und niedrig besteuerter Rentenauszahlung ist ein richtig starker Hebel, den viele Unternehmer noch nicht auf dem Schirm haben. Mein Tipp: Setze dich sofort mit diesem Thema auseinander. Die richtigen Weichen für deine Altersvorsorge stellst du am besten heute – nicht erst, wenn die Rente vor der Tür steht.