SpaceX-Börsengang: Warum du diese Zahlen kennen musst, bevor du kaufst
SpaceX IPO: 4,9 Mrd. Verlust! Warum ich JETZT nicht kaufe
Der größte Börsengang aller Zeiten steht bevor – und die Euphorie ist riesig. SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, geht an die Börse. Doch solltest du wirklich zuschlagen? Die Bewertung ist astronomisch, die Erwartungen gigantisch, und die Risiken? Nun, die sind nicht zu unterschätzen. Bevor du dich von der Begeisterung mitreißen lässt, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Fakten.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Der Ausgabepreis liegt bei 135 US-Dollar pro Aktie – wobei es noch Spielraum nach oben gibt. Interessant: Auf Handelsplattformen wie Hyperliquid wurden SpaceX-Futures bereits seit Mitte Mai gehandelt, zeitweise sogar für über 220 Dollar. Mittlerweile sind sie auf etwa 164 Dollar gefallen, liegen aber immer noch deutlich über dem offiziellen Börsenpreis.
Die Gesamtbewertung des Unternehmens soll 1.750 Milliarden Dollar betragen – damit würde SpaceX sofort in die Top 10 der wertvollsten Unternehmen weltweit katapultiert. Klingt beeindruckend? Ist es auch. Aber schauen wir genauer hin:
- Umsatz: 18,7 Milliarden Dollar
- Verlust: 4,9 Milliarden Dollar
- Kurs-Umsatz-Verhältnis: 94
Zum Vergleich: Microsoft liegt bei 12 bis 15, Nvidia bei 20 bis 30, Amazon bei 3 bis 5 und Tesla bei 8 bis 12. Egal, wie sehr du Elon Musk bewunderst – das ist eine extrem ambitionierte Bewertung.
Was SpaceX leisten müsste, um die Bewertung zu rechtfertigen
Nehmen wir ein durchschnittliches Kurs-Umsatz-Verhältnis von 15 an – das wäre bereits großzügig. Um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, müsste SpaceX einen Umsatz von 117 Milliarden Dollar erwirtschaften. Das entspricht dem Sechsfachen des heutigen Umsatzes. Ist das machbar? Vermutlich ja, innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre. Aber dann wäre die Aktie erst in ihre heutige Bewertung hineingewachsen – ohne weitere Kurssteigerung.
Noch deutlicher wird es beim Gewinn. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 müsste SpaceX 50 Milliarden Dollar Gewinn erzielen. Aktuell macht das Unternehmen fast 5 Milliarden Dollar Verlust. Um das zu schaffen, bräuchte SpaceX eine Gewinnmarge von knapp 50 Prozent – eine sportliche Zielvorgabe, selbst für ein Technologieunternehmen.
Die Strategie hinter dem Börsengang
Elon Musk hat den Preis persönlich festgelegt – und eine weitere Besonderheit durchgesetzt: Ein erheblicher Anteil der Aktien geht direkt an Privatanleger. Das ist bei großen Börsengängen ungewöhnlich, denn normalerweise gehen die Anteile an institutionelle Investoren. Warum macht Musk das?
Ganz einfach: Private Aktionäre sind resistenter gegen Kursschwankungen. Wer aus Überzeugung oder als Fan kauft, verkauft nicht gleich beim ersten Rücksetzer. Institutionelle Anleger hingegen werfen ihre Positionen bei Gegenwind schneller über Bord. Eine clevere Strategie, um die Volatilität zu dämpfen.

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Hype oder Realität? Was für den Kauf spricht – und was dagegen
Die Chancen
SpaceX hat Beeindruckendes geleistet. Die Firma hat Raketenstarts revolutioniert und massiv günstiger gemacht. Das Starlink-Satellitennetzwerk bietet mittlerweile weltweit Internet – auch in abgelegenen Regionen. Die Technologie funktioniert, das Geschäftsmodell ist innovativ, und Elon Musk hat bewiesen, dass er visionäre Unternehmen aufbauen kann.
Wer jetzt einsteigt, setzt auf enormes Wachstumspotenzial. Wenn du an die Zukunft der Raumfahrt glaubst und überzeugt bist, dass SpaceX diese Zukunft maßgeblich gestalten wird, könnte die Aktie langfristig eine lohnende Investition sein.
Die Risiken
Du kaufst kein etabliertes, profitables Geschäft – du kaufst eine Wette auf die Zukunft. SpaceX schreibt rote Zahlen, braucht massives Kapital für Expansion und steht vor enormen Herausforderungen. Die Bewertung wurde in den letzten zwölf Monaten mehr als verzehnfacht – viele Early Investors sitzen auf gigantischen Buchgewinnen. Sobald die Haltefristen enden, dürften einige Gewinne mitnehmen wollen. Das könnte die Aktie unter Druck setzen.
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 94 ist selbst für Tech-Verhältnisse extrem. Selbst wenn alles nach Plan läuft, könnte es Jahre dauern, bis SpaceX in diese Bewertung hineinwächst. In der Zwischenzeit? Volatilität, mögliche Rückschläge, viel Unsicherheit.
Praktische Tipps: So gehst du klug vor
Falls du trotzdem kaufen möchtest, hier ein paar Überlegungen:
- Klein anfangen: Investiere nur Geld, auf das du notfalls verzichten kannst. Hype-Aktien können schnell in beide Richtungen ausschlagen.
- Geduld haben: Wer auf kurzfristige Gewinne spekuliert, könnte enttäuscht werden. Langfristdenken ist hier Pflicht.
- Beobachten statt blind kaufen: Die Aktie wird nicht morgen verschwinden. Du kannst auch erst einmal abwarten, wie sich der Kurs in den ersten Wochen entwickelt.
- Diversifikation: Setze niemals alles auf eine Karte – schon gar nicht auf eine einzelne Aktie mit dieser Bewertung.
Viele deutsche Broker wie Trade Republic, ING, Commerzbank oder Interactive Brokers bieten den Handel ab dem ersten Tag an. Technisch ist der Zugang also kein Problem.
Fazit: Euphorie ja, Kaufentscheidung mit kühlem Kopf
Der SpaceX-Börsengang ist ein historisches Ereignis – etwas, das du deinen Enkeln erzählen kannst. Die Vision ist faszinierend, die Technologie beeindruckend, und Elon Musk hat bewiesen, dass er Unmögliches möglich macht. Doch als Investor musst du rational bleiben.
Die Bewertung ist extrem hoch, das Unternehmen schreibt Verluste, und viele Early Investors werden früher oder später Kasse machen wollen. Wer jetzt kauft, spekuliert auf eine glänzende Zukunft – und nimmt dafür erhebliche Risiken in Kauf.
Der beste Rat: Lass dich nicht von der Euphorie mitreißen. Beobachte die Aktie, mach dir ein eigenes Bild, und triff dann eine informierte Entscheidung. Manchmal ist Abwarten die klügste Strategie – besonders, wenn die Opportunitätskosten das einzige sind, was du riskierst. Und wer weiß: Vielleicht bietet sich in ein paar Monaten eine deutlich günstigere Einstiegschance.
Bis dahin? Setz SpaceX auf deine Watchlist und behalte die Entwicklung im Auge. Die Reise hat gerade erst begonnen.
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