Warum Fundraising in Eigenregie den Erfolg deines Startups sabotiert
Vorbereitung und Netzwerk entscheiden über die Finanzierung, nicht das Pitchdeck.
Laut einer Auswertung von CB Insights nannten 2022 rund 47 Prozent der gescheiterten Startups fehlende Finanzierung als Grund für das Aus, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Dahinter steckt ein Muster, das ein Unternehmen nach dem anderen zerlegt: Gründer feilen monatelang am perfekten Pitchdeck, während ihrem Startup still und leise das Geld ausgeht.
Die harte Wahrheit: Wenn Gründer merken, dass sie die Kapitalbeschaffung nicht allein stemmen können, ist es meistens zu spät. Dieser Beitrag beschreibt, wo der Fehler beginnt, warum die Reihenfolge entscheidet und woran man echte Expertise erkennt.
Der Fehler passiert ganz am Anfang
Die meisten Gründer machen ihren ersten schweren Fehler, bevor sie überhaupt mit einem Investor sprechen: Sie starten die Ansprache ohne saubere Vorbereitung. Kein Profil der passenden Investoren. Keine Equity Story, also keine klare Erzählung, warum sich ein Einstieg lohnt. Das falsche Finanzmodell.
Investoren sagen dann: Melde dich in ein paar Monaten nochmal. Oder: Wir wollen erst mehr Traction sehen. Beides ist eine höfliche Absage. Das eigentliche Problem ist selten die Traction, sondern dass die Vorbereitung nicht gut genug war. Falscher Finanzplan, falsche Equity Story, falsche Kommunikation, falsche Investoren: Wenn die Vorbereitung nicht stimmt, fällt am Ende alles auseinander.

Lucas Roemer, Gründer und CEO von Roemer Capital, bei einer Präsentation zur Kapitalbeschaffung.
Die falsche Reihenfolge
Der häufigste Fehler: Gründer schicken beim ersten Kontakt sofort das komplette Pitchdeck. Investoren wollen am Anfang keine 15 Folien sehen. Sie bekommen jeden Tag Dutzende Decks und geben einer Erstansprache wenige Minuten Aufmerksamkeit.
Die erste Ansprache braucht einen Teaser, eine kurze Anreißerseite mit dem, was wirklich für ein Investment spricht. Genau da liegt das Problem: Gründer halten alles an ihrem Startup für gleich großartig. Wer hunderte Unternehmen und Pitchdecks gesehen hat, erkennt die echten Stärken durch Mustererkennung. Jedes Unternehmen hat starke Punkte, aber Gründer sehen sie oft nicht, weil sie zu nah dran sind.
Jedes Unternehmen hat starke Punkte. Gründer sehen sie oft nicht, weil sie zu nah dran sind.
Lucas Roemer, Gründer und CEO von Roemer Capital
Die besten Berater sieht man nicht
Gründer machen ihre Kapitalbeschaffung selbst, obwohl sie bei einer schwierigen Sache nie ihr eigener Anwalt, Arzt oder Steuerberater wären. Warum? Weil die besten Berater in der Presse nicht vorkommen. Bekannte Unternehmer bekommen die Schlagzeilen, während im Hintergrund erfahrene Finanz- und M&A-Experten die Kapitalbeschaffung führen. Diese unsichtbare Struktur sehen Gründer nicht. Sie glauben, Fundraising lasse sich über Nacht lernen. Dieses Wissen entsteht aber nur über Jahre aus Ausbildung, Praxis und harter Arbeit am Netzwerk.
Das Netzwerk fehlt
Selbst wenn Gründer das Handwerk beherrschen würden, fehlt ihnen das Entscheidende: die Beziehungen. Professionelle Kapitalbeschaffung braucht ein Netzwerk, das über Jahre gewachsen ist. Nach gängigen Schätzungen erhalten nur etwa 0,05 Prozent aller Startups Geld von einem Wagniskapitalgeber. Genau deshalb entscheiden Beziehungen darüber, ob ein Unternehmen aus der Masse heraussticht.
Lucas Roemer hat sein Netzwerk über acht Jahre aufgebaut: im Investment Banking, bei Wagniskapitalgebern, im Private Equity und in Startups, als Gründer und als Investor. Das lässt sich nicht in kurzer Zeit nachbauen.
Die Falle, aus der es keinen Ausweg gibt
Gründer können Kapitalbeschaffung und Geschäftsaufbau nicht gleichzeitig stemmen. Wer sich nur um die Finanzierung kümmert, dessen Geschäft steht still. Wer sich nur um das Geschäft kümmert, bei dem scheitert die Finanzierung. Beide Wege enden im Scheitern. Deshalb ist professionelle Unterstützung keine Frage des Komforts, sondern des Überlebens.
Woran man echte Expertise erkennt
- Vorsicht bei Beratern, die ausschließlich auf Erfolgsbasis arbeiten. Sie arbeiten wie eine Fabrik: möglichst viele Startups annehmen und massenhaft Investoren anschreiben.
- Einen Finanzpartner suchen, nicht nur einen Berater. Nach dem Werdegang fragen: Fonds-Erfahrung, eigene Investments, verkaufte Startups, begleitete Finanzierungsrunden.
- Echte Expertise entsteht nur, wenn man den Verhandlungstisch von beiden Seiten kennt.
Vorbereitung und Netzwerk zusammen sind das, was Startups rettet. Kaum ein Gründer bringt dieses Spezialwissen und diese Beziehungen allein mit. Das zu erkennen, bevor es zu spät ist, entscheidet über das Überleben. Wer die eigene Finanzierungsstrategie einmal von außen prüfen lassen will, kann das in einem kostenlosen Erstgespräch mit Roemer Capital tun.