Warum Selbstständige außerhalb ihres Unternehmens investieren sollten
Viele Unternehmer machen einen entscheidenden Fehler:
Viele Unternehmer sind stolz darauf, jeden Cent wieder in ihr Unternehmen zu stecken. Doch genau dieser Stolz kann langfristig zur finanziellen Falle werden. Jens Rabe erklärt, warum persönlicher Vermögensaufbau neben dem Unternehmen nicht optional, sondern überlebenswichtig ist.
Denn die wichtigste Frage lautet nicht: Wie erfolgreich ist Dein Unternehmen heute? Sondern: Was passiert mit Deinem privaten Vermögen, wenn sich die Rahmenbedingungen plötzlich ändern?
Der gefährliche Stolz: Alles ins Unternehmen reinvestieren
Das Problem: Viele Selbstständige tun das nicht. Sie stecken Jahr für Jahr alles ins Unternehmen – aus Überzeugung, aus Gewohnheit oder aus dem Glauben heraus, nirgendwo sonst eine bessere Rendite zu erzielen.
Es klingt nach unternehmerischer Tugend: Wer alles zurück ins eigene Unternehmen investiert, zeigt Einsatz und Überzeugung. In der Anfangsphase ist das sogar sinnvoll und oft notwendig. Doch sobald ein Unternehmen die Gewinnschwelle überschritten hat und regelmäßig Geld einbringt, sollte ein Teil davon konsequent in den persönlichen Vermögensaufbau fließen.
Survivorship Bias: Wir sehen nur die Erfolgreichen
Ein zentrales Argument von Jens Rabe ist der sogenannte Survivorship Bias. Wenn wir auf erfolgreiche Unternehmer schauen, sehen wir immer nur die, die es geschafft haben. Was wir nicht sehen: die vielen Selbstständigen, die 5, 10 oder 15 Jahre lang alles in ihr Unternehmen investiert haben – und am Ende mit leeren Händen dastanden.
Das Scheitern muss dabei nicht einmal selbstverschuldet sein. Manchmal sind es äußere Umstände, die ein Unternehmen zu Fall bringen:
- Die Corona-Pandemie 2020 zwang zahlreiche Gastronomen, Werbeagenturen und Logistikunternehmen in die Insolvenz
- Strukturwandel in ganzen Regionen, wie etwa die mögliche Schließung eines Volkswagenwerks in Zwickau, bedroht indirekt Bäcker, Handwerker und Autohäuser gleichermaßen
- Politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Krisen können innerhalb kurzer Zeit ganze Branchen verändern
Wer in solchen Situationen ausschließlich ins eigene Unternehmen investiert hat, besitzt plötzlich ein Unternehmen, das niemand mehr kaufen will – und kein persönliches Vermögen als Rückhalt.

Gewinnen erfordert Beginnen!
Persönlicher Vermögensaufbau als zweites Standbein
Jens Rabe beschreibt aus eigener Erfahrung, wie er früh begann, einen Teil seiner Gewinne außerhalb des Unternehmens zu investieren. Das Ergebnis: Selbst wenn seine Unternehmen morgen scheitern würden, könnte er weiterhin sorgenfrei leben – weil sein aufgebautes Vermögen außerhalb des Unternehmens das ermöglicht.
Der entscheidende Gedankenwechsel lautet:
Du arbeitest nicht für die Firma. Die Firma arbeitet für dich.
Das bedeutet: Das Unternehmen hat die Aufgabe, dich und deine Familie langfristig abzusichern – nicht umgekehrt. Wer sich ausschließlich darauf verlässt, dass das Unternehmen in 20 Jahren noch läuft, geht ein unnötiges Risiko ein.
Warum der Aktienmarkt das ideale zweite Standbein ist
Für Unternehmer und Selbstständige empfiehlt Jens Rabe besonders Investitionen über die Börse – und zwar aus mehreren Gründen:
- Unabhängigkeit vom lokalen Wirtschaftsgeschehen: Wer weltweit investiert, profitiert davon, dass irgendwo auf der Welt immer Wachstum stattfindet
- Keine Mitarbeiter, keine Abhängigkeiten: Ein Aktienportfolio lässt sich von überall verwalten
- Politische Unabhängigkeit: Anders als ein lokales Unternehmen reagiert ein breit gestreutes Depot kaum auf einzelne politische Entscheidungen
- Skalierbarkeit: Selbstständige mit höherem Einkommen können deutlich mehr als einen kleinen Sparplan einzahlen – und so in kürzerer Zeit substanzielles Vermögen aufbauen
Der Unterschied zwischen zwei Unternehmern wird hier deutlich: Wer 10 bis 15 Jahre lang konsequent Gewinne aus dem Unternehmen entnimmt und extern investiert, steht bei einer Krise völlig anders da als jemand, der alles ins Unternehmen gesteckt hat.

Wann fängst du an, dein Vermögen aufzubauen?
Fazit: Falscher Stolz kann arm machen
Das Schulterklopfen unter Unternehmern für das Motto ich stecke alles ins Unternehmen klingt mutig – ist aber in vielen Fällen schlicht riskant. Jens Rabe nennt es falschen Stolz, der im schlimmsten Fall nicht nur das Unternehmen, sondern auch die persönliche Vermögensbilanz ruinieren kann.
Die kluge Alternative: Sobald das Unternehmen profitabel läuft, regelmäßig einen Teil der Gewinne entnehmen und in den persönlichen Vermögensaufbau investieren – zum Beispiel über breit gestreute Börseninvestments. So entsteht echte finanzielle Sicherheit, unabhängig davon, was mit dem Unternehmen passiert.
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