Welche Kryptowährungen kaufen? So findest du die richtigen Coins
Welche Kryptowährungen kaufen? So findest du die richtigen Coins
Die Frage, welche Kryptowährung man kaufen soll, wird fast immer falsch gestellt. Gesucht wird der nächste Coin, der sich verzehnfacht. Gefunden wird meistens etwas anderes.
CoinGecko hat zum 31. Dezember 2025 nachgezählt: Von über 25,2 Millionen auf GeckoTerminal gelisteten Kryptowährungen haben 13,4 Millionen den Handel eingestellt. Das sind 53,2 Prozent. Allein 2025 fielen 11,6 Millionen Token aus, also 86 Prozent aller Ausfälle seit 2021. Wer nach dem Gießkannenprinzip in möglichst viele kleine Coins investiert, kauft statistisch gesehen vor allem Totalverluste. Das ist kein Risikomanagement, das ist Kapitalverbrennung.
Dieser Artikel zeigt dir, warum der Einstieg sinnvollerweise bei Bitcoin beginnt, warum die meisten Altcoins nichts anderes sind als Bitcoin mit Hebel, nach welchen sechs Kriterien du ein Projekt prüfst, bevor du kaufst, und warum ausgerechnet die Wall Street kleinen Projekten das Leben gerade zusätzlich schwer macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Fokus gehört auf Bitcoin. Es hat die längste Marktgeschichte und den stärksten Track Record aller Kryptowährungen, und es ist der pragmatische Ausgangspunkt, bevor überhaupt über anderes nachgedacht wird.
- 53,2 Prozent aller je gelisteten Kryptowährungen sind tot (CoinGecko, Stand 31.12.2025). Breite Streuung über viele kleine Coins erhöht damit vor allem die Wahrscheinlichkeit auf Totalverlust.
- „Time in the market schlägt Timing the market“ gilt für Bitcoin, aber ausdrücklich nicht automatisch für Altcoins.
- Die meisten Altcoins sind Bitcoin mit Hebel, nur ohne dass der Anleger diesen Hebel bewusst steuert. Wer ihn will, kann ihn direkt und kontrolliert anwenden.
- Ein neuer Faktor kommt dazu: Tokenisierung und Real World Assets verschieben das Kräfteverhältnis gerade spürbar zugunsten etablierter Projekte. Warum das so ist, steht weiter unten.
Warum breite Streuung über kleine Coins kein Risikomanagement ist
Diversifikation ist im Aktienmarkt eine sinnvolle Regel. Im Kryptomarkt wird sie häufig falsch übersetzt, nämlich als „möglichst viele verschiedene Coins“. Das Problem: Die Grundgesamtheit, aus der du auswählst, besteht überwiegend aus Projekten, die es in zwölf Monaten nicht mehr gibt.
Der Grund dafür liegt in der Technik. Einen neuen Token zu erzeugen, kostet heute wenige Minuten und kaum Geld. Entsprechend ist die Zahl der Neuemissionen explodiert, und mit ihr die Zahl der Ausfälle. Besonders deutlich wurde das im vierten Quartal 2025, in dem allein 7,7 Millionen Token ausfielen, ausgelöst durch ein Liquidationsereignis am 10. Oktober, bei dem laut CoinGecko innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von rund 19 Milliarden US-Dollar gelöscht wurden.
Dazu kommt ein Rechenfehler, den fast jeder macht. Die Suche nach dem Hundert- oder Tausendfacher klingt nach einem asymmetrischen Wettgeschäft mit begrenztem Einsatz. In der Summe kostet sie aber meistens mehr, als sie einbringt, weil die vielen kleinen Totalverluste auf dem Weg die gelegentlichen Treffer übersteigen.
| Vorgehen | Was dabei typischerweise passiert |
|---|---|
| Viele kleine, unbekannte Coins nach Gefühl streuen | Hohe Wahrscheinlichkeit auf Totalverluste, da mehr als die Hälfte aller je gelisteten Token nicht mehr gehandelt wird |
| Gezielte Suche nach dem nächsten Hundertfacher | Die Verluste auf dem Weg übersteigen in der Summe meist die Treffer |
| Bitcoin als Fundament, darüber wenige geprüfte Projekte | Weniger Positionen, dafür jede mit nachvollziehbarer Begründung und bekanntem Risiko |
| Bitcoin-Position bewusst gehebelt | Dasselbe Risikoprofil wie viele Altcoins, nur transparent und steuerbar |
Warum die meisten Altcoins nur Bitcoin mit Hebel sind
Der Kryptomarkt hängt am Rockzipfel von Bitcoin. Die Bitcoin-Dominanz liegt Ende September 2026 bei rund 58 Prozent, ist also zuletzt unter die 60-Prozent-Marke gerutscht. Der Großteil der Marktkapitalisierung konzentriert sich damit weiterhin auf eine einzige Kryptowährung.
Praktisch bedeutet das: Sehr viele kleinere Coins laufen im Gleichschritt mit Bitcoin, nur mit mehr Volatilität. Stärker rauf, stärker runter. Ein Altcoin-Investment ist damit in vielen Fällen nichts anderes als ein gehebeltes Bitcoin-Investment, nur dass niemand diesen Hebel bewusst gewählt hat und niemand ihn steuert.
Wer den Hebel haben will, kann ihn direkt und kontrolliert auf Bitcoin anwenden. Dann braucht es die kleinen Werte gar nicht erst. Das ist der entscheidende gedankliche Unterschied zwischen einer Entscheidung und einem Nebeneffekt.
„Ein Investment in Altcoins ist im Grunde wie Bitcoin mit Hebel, nur eben ohne dass der Anleger diesen Hebel bewusst steuert. Wer diesen Hebel will, kann ihn direkt und kontrolliert auf Bitcoin anwenden, dann braucht es die kleinen Werte gar nicht erst.“
Florian Sondershausen, Geschäftsführer der Haag Sondershausen Consulting GmbH

Viele Altcoins bewegen sich wie Bitcoin, nur mit deutlich stärkerem Ausschlag nach oben und nach unten.
Sechs Prüfpunkte, bevor du überhaupt kaufst
Aus dem Verständnis wird erst dann ein Werkzeug, wenn du es in eine wiederholbare Prüfung übersetzt. Sechs Punkte haben sich dafür bewährt, und zwar in dieser Reihenfolge:
- Marktkapitalisierung und Liquidität. Sind die Volumina groß genug, um eine Position überhaupt wieder auflösen zu können, auch an einem schlechten Tag?
- Whitepaper und technische Substanz. Steht dort eine nachvollziehbare technische Lösung oder nur eine Ansammlung von Schlagworten?
- Aktives Entwicklerteam. Zeigt die öffentliche Codebasis regelmäßige Beiträge und bearbeitete Issues, oder ist seit Monaten Stillstand?
- Realer Use Case. Löst das Projekt ein konkretes Problem, idealerweise mit messbarer Nutzung?
- Institutionelle Relevanz. Gibt es bereits Interesse oder Integrationen durch größere Akteure? Dieser Punkt wird gerade wichtiger, warum, steht im nächsten Abschnitt.
- Marktzyklus. In welcher Phase befindet sich der Gesamtmarkt gerade, und passt ein Einstieg jetzt überhaupt in deinen Plan?
Projekte, die diese Prüfung typischerweise bestehen, sind neben Bitcoin etwa Ethereum als Smart-Contract-Plattform mit großem Entwickler-Ökosystem, Chainlink als Lösung für das Oracle-Problem, also vereinfacht das, was Google fürs Web-Indexing gemacht hat, nur für Blockchain-Daten, Aave im dezentralen Kreditwesen und Uniswap als einer der prägenden Innovatoren im dezentralen Handel. Daneben gibt es weitere spannende, nischigere Projekte. Diese Nennung dient ausschließlich der Illustration des Kriterien-Rahmens und ist keine Kaufempfehlung.

Sechs Prüfpunkte helfen dir, ein Projekt einzuordnen, bevor du überhaupt Geld einsetzt.
Warum RWA und Tokenisierung kleine Projekte zusätzlich unter Druck setzen
Hinter Kryptoprojekten stecken Teams, und diese Teams gehen zunehmend an die Börse. Damit ändert sich, wer in diesem Markt die Richtung vorgibt. Die beiden dominanten Themen heißen derzeit RWA, also Real World Assets, und Tokenisierung. Vereinfacht gesagt: Genau das, was klassischerweise die Wall Street macht, wandert auf die Blockchain.
Und die Wall Street treibt das aktiv voran. BlackRock ist mit seinem tokenisierten Fonds BUIDL im Milliardenbereich unterwegs, JPMorgan hat einen tokenisierten Geldmarktfonds aufgelegt, Franklin Templeton ist mit Staatsanleihenprodukten aktiv. Je nach Datenquelle liegt der Markt für tokenisierte Real World Assets 2026 zwischen gut 30 und 65 Milliarden US-Dollar und wächst zweistellig pro Halbjahr. Citi rechnet bis 2030 mit einem Volumen im Billionenbereich.
Für deine Auswahl hat das eine sehr konkrete Folge. Wenn institutionelles Kapital in wenige, regulatorisch anschlussfähige Infrastrukturen fließt, haben kleine und unbekannte Projekte es strukturell schwerer, überhaupt sichtbar zu werden. Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Liquidität verschiebt sich zugunsten der etablierten Adressen. Das ist kein Argument gegen Innovation, aber ein zusätzliches Argument dafür, den Schwerpunkt auf Projekte zu legen, die institutionell überhaupt anschlussfähig sind.

Tokenisierte Realwerte verschieben das Kapital in Richtung großer, regulierter Anbieter.
Marktzyklen verstehen und den Positionsaufbau planen
Auch die soliden Projekte sind keine Einbahnstraße. Wer in schwachen Marktphasen investiert ist, muss damit rechnen, dass auch etablierte Werte 70 bis 80 Prozent korrigieren. Daran ändert kein Kriterien-Raster etwas. Es reduziert das Risiko, in ein wertloses Projekt zu laufen, es eliminiert aber nicht die Marktvolatilität.
Deshalb gehört zur Auswahl immer der Plan dazu, wie du eine Position aufbaust. Gestaffelte Einkäufe über mehrere Zeitpunkte glätten den Einstiegskurs. Vorab definierte Regeln für Nachkauf und Rebalancing nehmen die Entscheidung aus dem Moment heraus, in dem sie am schwersten fällt. Und eine Positionsgröße, die du auch bei minus 70 Prozent noch aushältst, ist mehr wert als jede Prognose.

Rücksetzer von 50 Prozent und mehr gehören zum Marktzyklus, die Positionsgröße entscheidet, ob du sie aushältst.
Für wen sich dieser Ansatz eignet und für wen nicht
Anleger, die langfristig aufbauen wollen
Wer einen mehrjährigen Horizont hat und Vermögen aufbauen statt kurzfristig handeln will, profitiert am stärksten. Weniger Positionen, dafür geprüfte, sind hier klar im Vorteil gegenüber einem Portfolio aus dreißig Namen, von denen man fünfundzwanzig nicht erklären kann.
Einsteiger, die gerade das erste Depot aufbauen
Gerade am Anfang entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis. Wer mit Bitcoin beginnt und erst danach ergänzt, macht die teuren Lernerfahrungen mit kleineren Beträgen. Umgekehrt beginnen viele mit dem spekulativsten Teil und verlieren die Lust, bevor der eigentliche Aufbau anfängt.
Wer besser die Finger davon lässt
Wer bewusst und informiert kurzfristig mit hoher Volatilität handelt, verfolgt ein anderes Ziel und braucht ein anderes Regelwerk. Und wer Geld einsetzt, das in den nächsten Jahren fest verplant ist, sollte unabhängig von der Auswahl gar nicht erst in diesen Markt gehen. Eine Korrektur von 70 Prozent ist hier kein Ausnahmefall, sondern ein wiederkehrender Zustand.
Fazit: Wer nach Kriterien kauft, kauft anders
Ein kriterienbasierter Ansatz ist kein Renditeversprechen. Er ist ein Filter, der die Wahrscheinlichkeit senkt, in eines der Millionen Projekte zu laufen, die es in zwölf Monaten nicht mehr gibt. Bitcoin als Fundament, darüber wenige Projekte mit echter Infrastruktur, und bei jeder einzelnen Position eine Begründung, die über Hoffnung hinausgeht.
Welche Gewichtung, welcher Einstiegsrhythmus und welche Kriteriengewichtung zu deinem Erfahrungsstand passen, sollte man sich allerdings immer individuell anschauen, denn jeder Anleger bringt eine andere Ausgangslage mit.
Die Haag Sondershausen Consulting GmbH bietet einen vom TÜV-Rheinland geprüften Trading- und Investment-Ausbildungsprozess mit täglichen Live-Calls und persönlicher Betreuung an. Im Zentrum steht ein familiäres Team um Florian und Christian, das komplementäre Expertise aus Marktanalyse und Prozessgestaltung kombiniert.
Wer seine Auswahlkriterien strukturiert und mit persönlicher Begleitung aufbauen möchte, kann ein kostenloses Orientierungsgespräch mit dem Team von Haag Sondershausen Consulting vereinbaren.
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Häufige Fragen zum Thema
Welche Kryptowährung sollte ich als Erstes kaufen?
In den allermeisten Fällen Bitcoin. Es hat die längste Marktgeschichte, den stärksten Track Record und die höchste Marktdominanz. Alles Weitere baut darauf auf und braucht einen eigenen, nachvollziehbaren Grund.
Ist es nicht sicherer, auf viele verschiedene Coins zu streuen?
Nein, im Kryptomarkt kehrt sich dieser Reflex um. Da laut CoinGecko 53,2 Prozent aller je gelisteten Kryptowährungen den Handel eingestellt haben, erhöht eine breite Streuung über kleine, unbekannte Token vor allem die Wahrscheinlichkeit, mehrere Totalverluste gleichzeitig zu halten.
Warum heißt es, Altcoins seien Bitcoin mit Hebel?
Weil sehr viele kleinere Coins im Gleichschritt mit Bitcoin laufen, nur mit größeren Ausschlägen nach oben und unten. Wer einen Altcoin kauft, nimmt damit häufig ein gehebeltes Bitcoin-Risiko auf sich, ohne diesen Hebel bewusst gewählt oder dimensioniert zu haben.
Was ist ein Dead Coin?
Ein Projekt, das faktisch nicht mehr gehandelt wird. CoinGecko zählt dazu Token, deren Handel eingestellt wurde. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 traf das auf 13,4 von über 25,2 Millionen gelisteten Kryptowährungen zu, wobei allein 2025 rund 11,6 Millionen Ausfälle hinzukamen.
Was haben RWA und Tokenisierung mit meiner Coin-Auswahl zu tun?
Sie verändern, wohin institutionelles Kapital fließt. Wenn große Häuser wie BlackRock, JPMorgan oder Franklin Templeton reale Vermögenswerte auf wenige etablierte Infrastrukturen bringen, wird es für kleine, unbekannte Projekte strukturell schwerer, Sichtbarkeit und Liquidität zu gewinnen.
Schafft ein Kriterien-Rahmen Sicherheit vor Verlusten?
Nein. Er senkt die Wahrscheinlichkeit, in ein wertloses oder betrügerisches Projekt zu laufen. Die Marktvolatilität bleibt davon unberührt. Auch Projekte mit echter Infrastruktur können in schwachen Phasen 70 bis 80 Prozent korrigieren.
Wie finde ich heraus, ob ein Entwicklerteam noch aktiv ist?
Über die öffentliche Codebasis. Dort siehst du, ob regelmäßig Beiträge eingehen und ob gemeldete Probleme bearbeitet werden. Ein Projekt, dessen letzte Aktivität Monate zurückliegt, erfüllt dieses Kriterium nicht, unabhängig davon, wie gut die Website aussieht.
Disclaimer / Haftungsausschluss
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