Wie Geschäftsführer ohne Gehalt für das Alter steueroptimiert vorsorgen
Wie kann ich als GGF ohne Gehaltszahlung für das Alter steueroptimiert vorsorgen?
Stell dir vor, du zahlst als Gesellschafter Geschäftsführer von deinem privaten Konto 24.000 Euro in deine Altersvorsorge ein – und der Staat schenkt dir bis zu 10.000 Euro davon zurück. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Bei der Basisrente (umgangssprachlich "Rürup-Rente") ist genau das möglich. Diese oft unterschätzte Form der privaten Altersvorsorge bietet eine der üppigsten staatlichen Förderungen überhaupt. Doch wie bei jeder Medaille gibt es zwei Seiten: Neben attraktiven Steuervorteilen bringt die Basisrente auch klare Einschränkungen mit sich. Höchste Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen.
Was ist eine Basisrente überhaupt?
Im Kern ist die Basisrente nichts anderes als eine private Rentenversicherung mit einem entscheidenden Unterschied: dem staatlichen Zuschuss. Das Prinzip ist denkbar einfach: Du zahlst regelmäßig Beiträge ein, und ab dem Ruhestand erhältst du eine lebenslange Rente – egal, wie alt du wirst. Dieses Konzept nennt man auch Leibrente, weil die Zahlungen garantiert bis ans Lebensende laufen.
Das Besondere liegt in der steuerlichen Behandlung. Anders als bei vielen anderen Vorsorgeprodukten kannst du die Beiträge zur Basisrente bereits während der Ansparphase von der Steuer absetzen. Und zwar nicht zu knapp: 2022 waren es bereits 94 Prozent der eingezahlten Beiträge, und ab 2025 sind es volle 100 Prozent.
Die Rechnung, die aufgeht: Konkrete Steuervorteile

Die Steuererstattung ist beachtlich, wenn man im Spitzensteuersatz liegt.
Werfen wir einen Blick auf die Zahlen, denn hier wird es richtig interessant:
- Gutverdiener, (60.000 - 120.000 Euro zu versteuerndes Einkommen): Bei derselben Einzahlung sind es circa 30% die der Staat dir erstattet.
- Topverdiener: (120.000-240.000 Euro zu versteuerndes Einkommen): Bei derselben Einzahlung sind es circa 40%, die der Staat dir erstattet.
Das bedeutet: Ein Drittel bis fast die Hälfte deiner Einzahlung bekommst du sofort wieder zurück – nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern im darauffolgenden Jahr über deine Steuererklärung. Dieser Effekt macht die Basisrente besonders für Gesellschafter Geschäftsführer ohne Gehalt in ihrer GmbH attraktiv.
Attraktive Anlageformen

Mit gut diversifizierten Portfolios lassen sich beachtliche Renditen erzielen, auch in der Basisrente.
Wie dein Geld angelegt wird, kannst du zu 100% selbst festlegen. Hast du zum Beispiel gute Erfahrungen mit Aktien-ETFs gemacht, dann kannst du dein Depot genauso auch in einer Basisrente abbilden und hast dort identische Renditen. Das gilt auch für die spätere Auszahlphase, auch dort kann ein Teil deines Geldes weiter am Kapitalmarkt für dich arbeiten.
Bist du eher der Typ Festzins, dann gibt es auch Lösungen mit garantierten Renditen und 100%-iger Kapitalgarantie.
Bonus Insolvenzschutz

Netz und doppelter Boden, zumindest für einen Teil des Altersvorsorgevermögens, wünschen sich die meisten Unternehmer.
Gerade für Unternehmer ist eine insolvenzgeschützte Altersvorsorge ein relevantes Thema, weil sie höheren Risiken ausgesetzt sind. Während ein privates Depot oder das Firmendepot bei Insolvenz zum Problem werden können, ist das Kapital in einer Basisrente sowohl bei Privat-, als auch bei Firmeninsolvenz geschützt.
Die Kehrseite: Was du unbedingt wissen musst
Keine Rose ohne Dornen – dieser Grundsatz gilt auch bei der Basisrente. Die großzügige Förderung in der Ansparphase hat ihren Preis:
Besteuerung im Alter
Die Rente, die du später (ab Alter 63) erhältst, wird genauso wie die gesetzliche Rente versteuert. Das heißt: Was du während der Einzahlungsphase an Steuern gespart hast, musst du im Ruhestand teilweise wieder abgeben. Die gute Nachricht: In der Regel fällt die Steuerlast im Alter wesentlich geringer aus, da die meisten Menschen als Rentner niedrigere einkommensteuerpflichtige Einnahmen haben und somit einem niedrigeren Steuersatz unterliegen. Hier hilft eine finanzplanerische Auswertung vom Profi.
Eingeschränkte Hinterbliebenensicherung
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Vererbbarkeit. Im Todesfall erhalten deine Hinterbliebenen keine Kapitalauszahlung, sondern eine Rente. Anspruch darauf haben:
- Dein Ehepartner (auch gleichgeschlechtlich)
- Deine kindergeldberechtigten Kinder
Das angesparte Kapital fließt also nicht als Einmalbetrag an die Erben, sondern wird in Form einer Hinterbliebenenrente ausgezahlt. Für viele ist das gewöhnungsbedürftig, entspricht aber dem Konzept der gesetzlichen Rentenversicherung, an die sich die Basisrente anlehnt.
Nur Rente, kein Kapital
Bei der Basisrente gibt es keine Möglichkeit, dir das angesparte Geld auf einmal auszahlen zu lassen. Du erhältst ausschließlich eine monatliche Rente – ein Leben lang. Das schafft zwar Planungssicherheit, nimmt dir aber die Flexibilität, über dein Kapital frei zu verfügen.
Fazit: Für wen lohnt sich die Basisrente?
Die Basisrente ist ein mächtiges Instrument der Altersvorsorge, wenn du bereit bist, dich auf ihre Spielregeln einzulassen. Besonders profitierst du, wenn du:
- Ein höheres Einkommen hast und hohe Steuern zahlst
- Unternehmer bist und keine gesetzliche Rentenversicherung hast
- Langfristig planst und Wert auf lebenslange Absicherung legst
Die staatliche Förderung ist kaum zu schlagen – bis zu 40 Prozent deiner Einzahlungen kommen direkt zurück. Dafür musst du im Gegenzug Abstriche bei der Flexibilität machen: keine Kapitalauszahlung, Besteuerung im Alter und eingeschränkte Vererbbarkeit.
Unser Tipp: Rechne dir verschiedene Szenarien durch und prüfe, ob die Basisrente zu deiner persönlichen Lebenssituation passt. Lass dich dabei idealerweise von einem Profi unterstützen. Die Basisrente kann ein Baustein in deinem Altersvorsorge-Mix sein, zum Beispiel in Ergänzung zu deinem privaten oder Firmendepot – aber eben nur einer von mehreren. Häufig wird sie als eine Art Grundsicherung genutzt. Nutze die staatliche Förderung klug, aber behalte dabei deine individuellen Bedürfnisse im Blick.