Roemer Capital
New Space finanzieren: Wie Rocket Factory Augsburg über 40 Mio. Euro Kapital einsammelte
Kapitalstrategie für ein Deep-Tech-Startup: Roemer Capital entwickelte mit RFA Businessplan, Finanzmodell und Equity Story und strukturierte die Angel-Runde. Ergebnis: 2,5 Mio. Euro von über 20 Angels, danach 30 Mio. Euro von KKR, insgesamt über 40 Mio. Euro Kapital für den Mikrolauncher RFA One.
Die Finanzierung in Zahlen
In rund 4,5 Monaten entstanden Businessplan, Finanzmodell und Equity Story. Auf dieser Basis folgten die Angel-Runde, eine weitere Runde im einstelligen Millionenbereich und im Q4 2023 der Einstieg von KKR mit 30 Mio. Euro.
Die Rocket Factory Augsburg AG (RFA), gegründet 2018 und Teil der OHB SE, entwickelt den Mikrolauncher RFA One, mit dem Kleinsatelliten kostengünstig in den Orbit gebracht werden sollen. RFA zählt zu den führenden New-Space-Unternehmen in Deutschland und bewegt sich in einem Markt mit hohem Kapitalbedarf, langen Entwicklungszyklen und strengen regulatorischen Vorgaben.
Für die nächste Entwicklungsphase bis zum orbitalen Erstflug brauchte das Unternehmen erhebliches Wachstumskapital. Die technische Substanz war vorhanden, die Kapitalmarktseite jedoch noch nicht ausgearbeitet: Es fehlte eine Finanz- und Investorenstory, die nationale und internationale Kapitalgeber überzeugt, ein belastbares Finanzmodell mit Unternehmensbewertung sowie eine klare Strategie, welche Finanzierungsinstrumente in welcher Reihenfolge eingesetzt werden.
Institutionelle Investoren im Deep-Tech-Bereich prüfen hart. Sie erwarten einen Businessplan auf institutionellem Niveau, eine nachvollziehbare Bewertungslogik und eine Equity Story, die Technologie, Markt und Kapitalbedarf zusammenführt. Genau diese Grundlage sollte geschaffen werden. RFA mandatierte Roemer Capital, das gemeinsam mit der Axel Springer Consulting Group an der Entwicklung der Kapitalstrategie arbeitete.
Ziel des Mandats war eine investorenfähige Gesamtstory, die RFA über mehrere Finanzierungsstufen trägt: von einer ersten Angel-Runde bis zu institutionellen Kapitalrunden mit internationalen Investoren.
Konkret sollte die technologische Führungsposition von RFA im europäischen Raumfahrtkontext klar positioniert werden. Die Entwicklungs-Roadmap bis zum Erstflug sollte finanzstrategisch unterlegt sein, damit jeder Meilenstein mit Kapitalbedarf und Finanzierungsquelle verknüpft ist. Verschiedene Finanzierungsinstrumente, von Angel-Kapital über Reinvestitionen bis zu institutionellem Eigenkapital, sollten strukturiert ineinandergreifen.
Am Ende sollte RFA ein Unternehmen sein, das internationale Investoren gezielt ansprechen kann und für größere Kapitalrunden vorbereitet ist: mit institutionellem Businessplan, belastbarem Finanzmodell, fundierter Unternehmensbewertung und einem Pitch Deck mit klarer Equity Story.
Innerhalb von rund 4,5 Monaten entstand ein institutioneller Businessplan mit belastbarem Finanzmodell und Unternehmensbewertung sowie ein Pitch Deck mit klarer Equity Story. Parallel wurde RFA strategisch im europäischen Raumfahrtkontext positioniert und die Angel-Runde strukturiert, inklusive Investorenansprache. Lucas Roemer arbeitete dabei operativ als Sparringspartner des Managements, mit Fokus auf Businessplan, Finanzmodell, Storytelling und Kapitalstruktur.
Die Angel-Runde brachte 2,5 Mio. Euro von über 20 Investoren. In einer weiteren Runde wurde ein einstelliger Millionenbetrag gesichert, zum Teil durch Reinvestitionen der Angel-Investoren. Im vierten Quartal 2023 stieg der US-Finanzinvestor KKR mit 30 Mio. Euro ein. Insgesamt sicherte RFA damit über 40 Mio. Euro Wachstumskapital und gewann einen institutionellen Top-Tier-Investor.
Das Kapital beschleunigte die Entwicklung des Mikrolaunchers. Trotz eines Rückschlags durch eine Raketenexplosion bei einem Test im August 2024 erhielt RFA Anfang 2025 die Startlizenz der britischen Luftfahrtbehörde CAA, ein entscheidender regulatorischer Meilenstein für den orbitalen Erstflug. RFA gilt heute als eines der technologisch führenden New-Space-Unternehmen in Europa.
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