Amazon FBA USA: So verkaufst du Schritt für Schritt in Amerika

Mann vor der Freiheitsstatue und USA-Flagge erklärt Amazon FBA USA.

Amazon USA bietet ein riesiges Potenzial, was du abschöpfen kannst

Stell dir vor, du sitzt mit deinem Laptop irgendwo am Strand, in einem Café in Bali oder einfach zu Hause auf dem Sofa – und trotzdem läuft im Hintergrund ein Business, das über den größten E-Commerce-Markt der Welt Geld verdient. Klingt nach Wunschdenken? Ist es aber nicht. Viele glauben, dass man für ein Amazon Business in den USA auch tatsächlich dort leben oder zumindest hinreisen muss. Ein Irrglaube, der viele potenzielle Gründer von Anfang an ausbremst.

Dabei zeigt die Praxis etwas ganz anderes: Mit dem richtigen Setup lässt sich das komplett aus der Ferne aufbauen. Kein Wohnortwechsel, kein Riesenkapital nötig – dafür aber echte administrative Hürden, die man kennen sollte, bevor man loslegt. Genau darum geht es in diesem Artikel: eine ehrliche, praxisnahe Anleitung, wie du dein eigenes USA-Business mit Amazon FBA aufbaust – inklusive der Stellen, an denen viele Anbieter zu optimistisch klingen und Anfänger scheitern.

Warum ausgerechnet der US-Markt?

Die Antwort liegt in den nackten Zahlen. Die USA haben über 330 Millionen Einwohner, eine enorme Kaufkraft und eine Konsumkultur, die ihresgleichen sucht. Kein anderes Land bietet über eine einzige Plattform eine derart große Reichweite wie Amazon.com. Wer dort verkauft, erreicht nebenbei auch Käufer in Kanada oder Mexiko.

Kein Wunder also, dass immer mehr deutschsprachige Unternehmer ihr FBA-Business gezielt auf den US-Markt ausrichten. Die Konkurrenz ist zwar höher als hierzulande, aber es gibt nach wie vor Nischen, in denen kaum jemand weiß, wie man Suchvolumen analysiert oder die richtigen Keywords findet.

Networking bei einem Event über Amazon FBA USA mit professionellen Teilnehmern.

Valentin Leva im Gespräch

So läuft der Prozess grob ab

Bevor es ins Detail geht, hier der grobe Fahrplan, den jedes FBA-Business durchläuft:

  1. Produktrecherche – Du findest ein Produkt mit Potenzial, idealerweise abseits der überlaufenen Bestseller-Kategorien.
  2. Einkauf in China – Über geprüfte Partner wird die Ware bestellt und Richtung USA verschifft, meist über einen Freight Forwarder statt direkt Fabrik-zu-FBA-Lager.
  3. Firmengründung in den USA – Eine US-LLC lässt sich online gründen, die Steuernummer (EIN) danach braucht als Nicht-US-Resident aber einen Extra-Schritt (dazu unten mehr).
  4. Bankkonto bzw. Business-Account eröffnen – Auf den Firmennamen, nicht auf deinen privaten Namen.
  5. Verkauf starten – Amazon übernimmt Lagerung, Versand und Kundenservice.
Infografik zu Amazon FBA USA: Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Verkaufsprozess.

Amazon USA - so läuft der Prozess ab

Firmengründung ohne Bürokratie-Alptraum

Der erste große Schritt ist die Gründung deiner US-LLC. Die eigentliche Gründung (State Filing) geht tatsächlich vollständig online, ohne Notar und ohne persönliche Behördengänge. Wichtig ist dabei, auf einen erfahrenen Partner zu setzen, der diesen Prozess schon oft begleitet hat.

Was in vielen Marketing-Texten unter den Tisch fällt: Als Non-US-Resident brauchst du zusätzlich eine EIN (Employer Identification Number) vom IRS – das ist die Steuernummer deiner LLC, ohne die du kein Bankkonto, keinen Zahlungsdienstleister und kein Amazon Seller Central nutzen kannst. Die reguläre Online-Beantragung funktioniert für dich nicht, weil sie eine SSN oder ITIN voraussetzt, die du als Ausländer ohne US-Wohnsitz normalerweise nicht hast. Stattdessen läuft die Beantragung per Fax oder Telefon direkt beim IRS – das dauert je nach Weg und Auslastung grob zwischen 4 und 14 Werktagen. Du brauchst außerdem zuerst die fertig gegründete LLC, bevor du die EIN beantragen kannst.

Bei der Anbieterwahl lohnt sich ein genauer Blick: Manche locken mit Billigangeboten für 300 oder 400 Dollar, verstecken aber die eigentlichen Kosten in Zusatzgebühren für Notare, Adressänderungen, EIN-Beantragung oder Steuererklärungen. Ein Komplettpaket, das wirklich alles abdeckt – inklusive EIN-Beantragung, Steuerberater und Anwalt – erspart dir später viel Stress und unerwartete Rechnungen.

Vergleich zwischen falschem und richtigem Setup für Amazon FBA USA.

Übersicht wie dein (richtiges) US Setup aussehen muss

Das richtige Bankkonto: Warum der Firmenname zählt

Ein entscheidender, oft unterschätzter Punkt: Dein Geschäftskonto muss auf den Firmennamen laufen, nicht auf deinen privaten Namen. Genau hier scheitern viele Neulinge, weil ihr Konto von Amazon oder der Bank abgelehnt wird.

Wichtig zu wissen: Als ausländischer Gründer bekommst du in der Regel kein klassisches US-Bankkonto, sondern einen Business-Fintech-Account (etwa bei Anbietern wie Mercury oder Wise) der auf deine EIN und deine LLC-Dokumente registriert wird. Damit kannst du Zahlungslinks verschicken, über die Kunden per Kreditkarte oder Apple Pay direkt bezahlen können – eine physische Kreditkarte brauchst du dafür nicht zwingend. Manche Anbieter verlangen für ein vollwertiges Konto trotzdem eine Verifizierung, teils sogar eine Reise; das solltest du vorab abklären.

Ein Referent spricht über Amazon FBA Skalierung vor einem Publikum.

Keynote von Valentin Leva zu Amazon FBA Skalierung

Steuern: Der Punkt, bei dem du unbedingt einen Steuerberater brauchst

Hier herrscht oft die größte Verwirrung – und hier wird in vielen Anbieter-Texten am meisten vereinfacht.

Was stimmt: Verkaufst du ein Produkt für 10 Dollar, zahlt der Kunde zusätzlich die amerikanische Sales Tax. Über die sogenannten Marketplace Facilitator Laws berechnet, zieht Amazon diese Sales Tax in den meisten US-Bundesstaaten automatisch ein und führt sie ab – du musst dich um diesen Teil in der Regel nicht selbst kümmern.

Was in vielen Texten falsch oder zumindest stark verkürzt dargestellt wird: Die Aussage "deinen Gewinn versteuerst du einfach in deinem Wohnsitzland" ist für ein FBA-Modell mit US-Lagerbestand so pauschal nicht korrekt. Der US-Bundessteuerbehörde IRS zufolge gilt: Wer als ausländische Person in den USA Waren, Dienstleistungen oder Handelsgüter verkauft, gilt grundsätzlich als geschäftlich in den USA tätig ("Engaged in a US Trade or Business"). Gewinn aus dem Verkauf von Warenbestand in den USA – egal ob im In- oder Ausland eingekauft – zählt dabei ausdrücklich als sogenanntes "Effectively Connected Income" (ECI), also als steuerpflichtiges US-Einkommen.

Konkret für Amazon FBA bedeutet das: Weil du als Verkäufer Eigentümer der Ware bleibst (Amazon übernimmt nie das Eigentum) und der Eigentumsübergang an den US-Kunden auf US-Boden stattfindet, wird das FBA-Einkommen in der Regel als US-Einkommen behandelt. Ganzjähriger FBA-Betrieb mit regelmäßigen Nachbestellungszyklen erfüllt nach IRS-Praxis meist den Standard einer "erheblichen, kontinuierlichen und regelmäßigen" Geschäftstätigkeit – was bedeutet, dass tatsächlich US-Steuerpflicht entstehen kann, nicht nur eine Steuerpflicht im Wohnsitzland.

Das heißt nicht, dass jedes FBA-Business automatisch hohe US-Steuern zahlt (Doppelbesteuerungsabkommen, Betriebsausgaben und die konkrete Struktur spielen eine Rolle), aber die pauschale Aussage "du zahlst nur zuhause Steuern" ist irreführend und sollte durch eine Einzelfallprüfung mit einem auf US-Recht spezialisierten Steuerberater ersetzt werden. Zusätzlich muss jede Foreign-Owned-LLC unabhängig von der Steuerpflicht jährlich Form 5472 und eine Pro-forma Form 1120 beim IRS einreichen – auch bei null Gewinn. Wer das versäumt, riskiert empfindliche Strafen.

Der Warenweg: Von China direkt ins Amazon-Lager

Einer der größten Stolpersteine für Einsteiger ist die Logistik. Wie kommt die Ware zuverlässig und ohne böse Überraschungen von China in die USA? Eine bewährte Lösung liegt im richtigen Versandweg: DDP (Delivered Duty Paid). Dabei übernimmt der Lieferant die Einfuhrabfertigung und die Zollgebühren direkt für die US-Behörden – du musst dich um deutlich weniger kümmern, keine unerwarteten Zollgebühren bei Ankunft, keinen eigenen Customs Broker.

Wichtig zu wissen: DDP ist kein US-spezifisches Modell. Es handelt sich um einen von der International Chamber of Commerce (ICC) definierten, weltweit gültigen Incoterm, der genauso für Lieferungen nach Deutschland oder in die EU genutzt werden kann. Für EU-Importe entscheiden sich viele Einsteiger trotzdem eher für FOB oder Ex Works, weil DDP durch die eingepreiste Zoll- und Broker-Marge des Lieferanten meist teurer ist. Für die USA lohnt sich DDP für Einsteiger besonders, weil das US-Zollsystem (Customs Bonds, Broker, teils wechselnde Zusatztarife) komplexer und für Neulinge schwerer selbst zu handhaben ist als das der EU.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Auch bei DDP gilt der vom Lieferanten kalkulierte Zollsatz meist nur für den Moment der Bestellung. Ändern sich US-Zolltarife während der Produktions- oder Transportzeit, kann das den Endpreis nachträglich beeinflussen – "keine bösen Überraschungen" bezieht sich also eher auf den administrativen Aufwand als auf eine Preisgarantie über die gesamte Lieferzeit.

Ein spezialisiertes Sourcing-Team, das direkt mit chinesischen Lieferanten kommuniziert, kann zudem helfen, typische Anfängerfehler wie falsche Zertifikate, verspätete Lieferungen oder schlechte Produktqualität zu vermeiden. Zudem sparst du dir teure Muster-Lieferungen, die einzeln schnell 100 bis 200 Dollar kosten können.

So startest du richtig – Schritt für Schritt

  • Starte mit einem einzigen Produkt – keine Zerstreuung auf mehrere Nischen gleichzeitig.
  • Teste den Markt und beobachte genau, wie sich Nachfrage und Zahlungsfluss entwickeln.
  • Skaliere erst, wenn du merkst, dass sich ein stabiler Cashflow einstellt.
  • Investiere in weitere Produkte erst nach dem ersten Erfolgsnachweis.
  • Plane realistisch – Amazon FBA ist kein Schnellreichwerden-System, sondern ein echtes, aufbaufähiges Business.

Fazit: Freiheit beginnt mit dem ersten Schritt

Ein Amazon-FBA-Business in den USA aufzubauen ist kein Hexenwerk – aber es erfordert Struktur, Geduld und die richtigen Partner an deiner Seite. Wer strukturiert vorgeht, sich nicht von Rückschlägen entmutigen lässt und konsequent am System arbeitet, kann sich ein wirklich standortunabhängiges Business aufbauen. Kein Chef, kein Büro, keine Ortsbindung – dein Business läuft, egal ob du in Deutschland, Thailand, Dubai oder sonst wo auf der Welt sitzt.

Der wichtigste Rat zum Schluss: Warte nicht auf den perfekten Moment. Der beste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren – der zweitbeste ist heute. Genauso verhält es sich mit deinem eigenen Business. Informiere dich, plane deinen ersten Schritt und leg los, bevor aus der Idee wieder nur ein Gedanke wird, der im Sand verläuft.

Muss ich für ein Amazon FBA Business wirklich in die USA umziehen?

Nein, das gesamte Setup lässt sich komplett online von jedem Ort der Welt aus aufbauen und verwalten.

Wie viel Startkapital brauche ich mindestens?

In der Regel reichen einige tausend Euro aus, um Firma, Bankkonto und die erste Produktbestellung zu finanzieren.

Muss ich mich selbst um die amerikanische Steuer kümmern?

Die Sales Tax wird in den meisten Bundesstaaten direkt von Amazon berechnet, eingezogen und abgeführt. Das entbindet dich aber nicht automatisch von einer möglichen US-Ertragssteuerpflicht auf deinen Gewinn (ECI) – das ist eine separate Frage, die individuell mit einem Steuerberater geklärt werden sollte.

Welcher Versandweg eignet sich für Lieferungen in die USA?

Für den US-Markt empfiehlt sich der DDP-Versand, da hierbei alle Zollgebühren bereits in China abgewickelt werden.

Ist Amazon FBA in den USA ein Schnellreichwerden-System?

Nein, es handelt sich um ein langfristiges, planbares Business, das Geduld, Struktur und die richtigen Partner sowie eine saubere administrative sowie steuerliche Basis erfordert.

Kannst du mir helfen, um in den USA über Amazon zu verkaufen?

Klar. Melde dich jetzt für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch an und dann reden wir im Detail über deine Ausgangslage.
Erstgespräch vereinbaren: https://valentinleva.ch/

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