Bitcoin-Bullenmarkt: Mehr Gewinn, weniger Schmerz
Bitcoin-Bullenmarkt: Mehr Gewinn, weniger Schmerz
Bitcoin verliert 50 Prozent an Wert aber dein eigenes Portfolio steht bei minus 70 Prozent oder sogar mehr. Kommt dir das bekannt vor? Du bist damit nicht allein. Genau dieses Muster taucht immer wieder auf, wenn Menschen ihre Depots offenlegen. Und die Ursache dafür ist fast immer dieselbe: Falsche Coins, falscher Hebel, keine Teilgewinne.
Der sogenannte Drawdown, also der Kursrückgang vom Allzeithoch bis zum Allzeittief, gehört zu Bitcoin wie die Ebbe zur Flut. Wer verstehen will, wie man mit diesen Schwankungen richtig umgeht, statt sie einfach nur zu erleiden, findet hier eine klare Einordnung und eine Strategie, die den Schmerz spürbar reduziert, ohne dass du am Ende weniger Bitcoin im Depot hast. Im Gegenteil: Am Ende dieses Artikels weisst du, warum weniger Verlust und mehr Coins gleichzeitig möglich sind.
Der Drawdown: Warum Bitcoin schwankt und dein Depot noch mehr
Schau dir die Bitcoin-Geschichte an, und du erkennst ein wiederkehrendes Muster. Im Zyklus 2014/2015 fiel der Kurs vom Hoch zum Tief um rund 80 Prozent. Im Zyklus 2017 bis 2019 war es ganz ähnlich, teilweise sogar noch etwas heftiger. Nach dem Corona-Crash lag der Rückgang bei etwa 75 Prozent. Und im aktuellen Zyklus bewegen wir uns bei rund 50 Prozent.
Die Tendenz ist eindeutig: Je grösser und etablierter Bitcoin wird, desto moderater fallen die Korrekturen aus. Trotzdem bleibt die Grundfrage bestehen warum liegt dein persönliches Depot oft viel tiefer im Minus als der Bitcoin-Kurs selbst?
Die zwei grossen Fehlerquellen
Die Antwort liegt fast immer in zwei Verhaltensmustern:
- Zu starkes Engagement in Altcoins. Als Ethereum und die ICO-Welle aufkamen, haben sich extrem viele Anleger die Finger verbrannt. Altcoins bewegen sich oft deutlich volatiler als Bitcoin nach oben wie nach unten. Für die meisten Menschen bedeutet das am Ende: Mehr Risiko, mehr Schmerz, weniger Ergebnis.
- Keine Teilgewinne mitgenommen. Wer stur durchhält und niemals verkauft, nimmt automatisch den vollen Drawdown mit. Das sture Halten, gerne als "Hodln" bezeichnet, klingt nach Überzeugung, ist aber aus reiner Investmentsicht selten die klügste Lösung.
Der Sparplan auf Steroiden: So lässt sich der Schmerz reduzieren
Statt Bitcoin einfach stur zu kaufen und nie wieder zu verkaufen, lohnt sich ein Blick auf einen marktangepassten Sparplan. Die Grundidee: Je stärker der Markt fällt, desto asymmetrischer wird zugekauft, nach klaren Daten, nicht nach Bauchgefühl. Steigt der Markt in überhitzte Bereiche, werden schrittweise Teilgewinne realisiert.
Um diese Strategie zu überprüfen, wurden drei Ansätze über drei komplette Marktzyklen (2015-2018, 2018-2022, 2022 bis heute) im Backtest verglichen:

Quelle: Marc Steiner Investment Academy
Das Ergebnis ist eindeutig: Wer Bitcoin einfach hält, macht jede Korrektur vollständig mit. Wer dagegen systematisch Teilgewinne realisiert und das freigewordene Kapital in schwächeren Marktphasen wieder investiert, kann nicht nur seinen Bitcoin-Bestand erhöhen, sondern gleichzeitig den Drawdown deutlich reduzieren. Im untersuchten Zyklus lag der Drawdown beim klassischen Hodln bei rund 74 Prozent, während die optimierte Strategie lediglich rund 35 bis 37 Prozent erreichte. Fast eine Halbierung des Schmerzes und gleichzeitig mehr Bitcoin.
Warum das so mächtig ist
Die neue, marktangepasste Strategie liefert im Vergleich zur alten Entnahmelogik einen minimal schlechteren Drawdown-Wert, dafür aber deutlich mehr angesammelte Bitcoin. Diese Kombination aus etwas mehr Risiko beim Rückgang, aber deutlich mehr Coins im Depot, macht am Ende den entscheidenden Unterschied. Es geht nicht darum, den perfekten Ein- oder Ausstieg zu timen, das ist ohnehin unmöglich. Es geht darum, die wellenartige Bewegung des Marktes systematisch zu nutzen.
Was du konkret daraus mitnehmen kannst

Quelle: Marc Steiner Investment Academy
Fazit: Weniger Schmerz im Drawdown, mehr Bitcoin im Portfolio
Die zentrale Erkenntnis ist einfach, aber wirkungsvoll: Ein hoher Drawdown von 60, 70 oder gar 90 Prozent im eigenen Portfolio ist selten Bitcoin selbst zuzuschreiben. Meistens liegt es an zu viel Altcoin-Risiko, unüberlegtem Leverage-Einsatz oder schlicht daran, dass niemals Teilgewinne realisiert wurden. Mit einer klaren, systematischen Strategie lässt sich dieser Schmerz spürbar reduzieren und das sogar, ohne auf Rendite in Form von mehr Bitcoin zu verzichten.
Schau dir dein eigenes Depot einmal ehrlich an: Wie viel liegt in Altcoins? Hast du jemals Teilgewinne mitgenommen? Falls nicht, ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt, um deine Strategie zu überdenken bevor der nächste Marktzyklus dich wieder mit voller Wucht trifft.
Hier geht es zum Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=HSmCyw5BKB4&t=2s
DISCLAIMER: Der Inhalt ist KEINE Finanzberatung und widerspiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrung wider. Alle Angaben sind ohne Gewähr und sollten nicht als Grundlage für Investmententscheidungen gesehen werden. Kenne die Risiken beim Investieren in Kryptowährungen und kontaktiere einen Fachexperten. Alle Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum um den 1. September 2026.
Was bedeutet Drawdown genau?
Der Drawdown beschreibt den prozentualen Rückgang eines Kurses vom letzten Hoch bis zum darauffolgenden Tief. Er zeigt also, wie schmerzhaft eine Korrektur tatsächlich ausfällt.
Warum korrigiert mein Portfolio stärker als Bitcoin selbst?
Meistens liegt es an einem zu hohen Anteil an Altcoins, riskantem Leverage-Einsatz oder daran, dass niemals Teilgewinne realisiert wurden. Dadurch wird die volle Marktbewegung ungefiltert mitgenommen.
Ist es sinnvoll, Bitcoin niemals zu verkaufen?
Stures Halten ohne jemals Gewinne mitzunehmen klingt nach Überzeugung, führt aber meist zu einem deutlich höheren Drawdown. Eine Strategie mit Teilverkäufen reduziert den Schmerz spürbar, ohne die langfristige Bitcoin-Menge zu gefährden.
Kann man den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt finden?
Nein, weder der perfekte Einstieg noch der perfekte Ausstieg lässt sich zuverlässig timenn. Entscheidend ist ein systematischer, marktangepasster Ansatz statt Bauchgefühl.
Sind Altcoins grundsätzlich schlecht?
Nicht grundsätzlich, aber sie erfordern enormen Zeitaufwand und tiefes Marktverständnis. Für die meisten Anleger überwiegt das zusätzliche Risiko den möglichen Vorteil deutlich.