Bitcoin: Jetzt haben sie es endlich verstanden

Person mit nachdenklichem Ausdruck erklärt Bitcoin Handeln Tipps.

Bitcoin: Jetzt haben sie es endlich verstanden

Kennst du das Gefühl, im Bullenmarkt der beste Investor der Welt zu sein? Alles im Portfolio geht nach oben, jede Woche mehr Wert, jeder Kauf scheint richtig zu sein. Genau dieses Gefühl hat in den letzten Jahren unzählige Bitcoin-Einsteiger in die gleiche Falle laufen lassen und wahrscheinlich kommt dir die Geschichte bekannt vor.

Vielleicht bist du genau in dieser Phase eingestiegen, als der Markt durch die Decke ging, als Donald Trump ins Amt kam und Bitcoin auf Rekordkurs war.

Vielleicht liegt dein Durchschnittspreis bei 90.000, 100.000 oder sogar 110.000 Dollar, weil du quasi das Allzeithoch weggekauft hast. Das ist kein Weltuntergang, das machen die meisten so, wenn sie neu in den Markt kommen.

Das eigentliche Problem beginnt erst danach: Viele Anleger melden sich inzwischen wieder, weil sie im Minus stecken, aber trotzdem an Bitcoin glauben. Genau dieses Muster wiederholt sich immer wieder, und es lohnt sich, es einmal genau zu verstehen, damit du es im nächsten Zyklus nicht wiederholst.

Grafik zur typischen Falle im Bullenmarkt bei Bitcoin-Investitionen.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

Die drei klassischen Fehler im Bullenmarkt

Fehler 1: Du hältst dich für den besten Investor

Wenn alles steigt, sieht Investieren kinderleicht aus. Ein bisschen Euro oder Franken auf die Plattform schieben, Bitcoin kaufen, eine Woche später ist es mehr wert. Das fühlt sich nach Erfolg an, ist aber meistens einfach nur Rückenwind durch den gesamten Markt. Die Konsequenz: Man nimmt keine Gewinne mit, sondern kauft stattdessen noch mehr, am liebsten Altcoins mit vermeintlich riesigem Potenzial. Hier kommt die Angst ins Spiel, etwas zu verpassen, das berühmte FOMO. Ein Analyst auf YouTube prophezeit den nächsten Superzyklus, Bitcoin soll angeblich auf 200.000 oder 300.000 Dollar schießen, und plötzlich kauft man im Allzeithoch, obwohl der Kopf eigentlich weiß, dass das keinen Sinn mehr ergibt.

Fehler 2: Keine Teilgewinne mitnehmen

Der zweite typische Fehler hängt eng mit dem ersten zusammen. Wer im Rausch des Bullenmarktes keine Gewinne realisiert, verpasst die Chance, Kapital für die nächste Korrektur zurückzulegen. Ein häufiger Denkfehler dabei: Man legt sich eine feste Verkaufszahl zurecht, zum Beispiel 150.000 Dollar, und wenn der Kurs dann bei 149.000 dreht, verkauft man gar nicht erst. Diese Fixierung auf absolute Zahlen funktioniert nicht. Sinnvoller ist eine Strategie, bei der du schrittweise und prozentual aus deinem Portfolio aussteigst, statt auf eine einzige magische Zahl zu warten.

Gerade der letzte Marktzyklus war dafür ein gutes Beispiel. Durch die Einführung der Bitcoin-ETFs und massive Käufe von Unternehmen wie Strategy war der Markt plötzlich nicht mehr vor allem durch Privatanleger (Retail) getrieben, sondern zunehmend durch professionelle Investoren, Banken und Vermögensverwalter. Das machte den Markt schwerer einschätzbar, und die klassische Übertreibungsphase, mit der viele gerechnet hatten, blieb aus. Analysen auf Basis vergangener Zyklen deuteten auf eine Zielregion zwischen 140.000 und 160.000 Dollar hin, doch entscheidend war nicht die exakte Zahl, sondern das Prinzip: schrittweise aussteigen und Teilgewinne sichern.

Fehler 3: Der umgekehrte Fehler in der Korrektur

Jetzt, in der aktuellen Marktphase, taucht ein neues Muster auf, und zwar die Umkehrung des ersten Fehlers. Wer im Bullenmarkt zu gierig gekauft hat, wartet jetzt oft darauf, den Markt perfekt zu timen. Der Bauch sagt: "Bitcoin fällt sicher noch unter 40.000, vielleicht sogar unter 30.000, dann kaufe ich." Das Problem: Wenn der Kurs diese Marke nie erreicht, verpasst man den Wiedereinstieg komplett und rennt dem Kurs hinterher, sobald er dreht. Am Ende fühlt sich jede Entscheidung falsch an, immer wenn man kauft, fällt der Markt angeblich weiter, immer wenn man verkauft, steigt er kurz danach.

Grafik zu den drei klassischen Fehlern im Bullenmarkt bei Bitcoin.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

So nutzt du die aktuelle Marktphase richtig

Genau jetzt, in dieser eher ruhigen oder rückläufigen Marktphase, liegt die eigentliche Chance. Wer aus den Fehlern des letzten Bullenmarktes gelernt hat, kann sie in dieser Phase korrigieren, vorausgesetzt, man verfällt nicht in denselben Aktionismus wie zuvor. Das bedeutet konkret: keine überstürzten Wetten auf neue Allzeittiefs, kein Griff zu riskanten Hebelprodukten oder Fremdkapital, nur weil ein neuer Trend lockt.

Es ist völlig normal, dass dir das Mitnehmen von Teilgewinnen emotional schwerfällt, gerade wenn du fest an das Potenzial von Bitcoin als dezentrales, freies Geld glaubst. Genau dieser innere Konflikt zwischen langfristiger Überzeugung und kurzfristiger Risikokontrolle ist eine der grössten Herausforderungen für Anleger überhaupt. Die gute Nachricht: Das lässt sich lernen, mit klaren Regeln, einer durchdachten Strategie und im Idealfall mit Austausch und Unterstützung, die dir hilft, in stressigen Marktphasen nicht impulsiv zu handeln.

Visualisierung typischer Fehler im Bitcoin-Handel und bessere Herangehensweisen.

Quelle: Marc Steiner Investment Academy

Fazit: Nutze die ruhige Phase, um deine Strategie zu schärfen

Die wichtigste Erkenntnis aus den immer wiederkehrenden Mustern im Bitcoin-Markt ist simpel: Erfolg im Bullenmarkt fühlt sich leicht an, ist aber oft nur geliehene Zeit, wenn keine Strategie dahintersteckt. Wer in der Euphorie keine Teilgewinne sichert, zahlt später in der Korrektur den Preis dafür. Und wer dann versucht, den perfekten Boden zu erwischen, läuft Gefahr, den nächsten Aufschwung komplett zu verpassen.

Nutze die aktuelle, ruhigere Marktphase deshalb bewusst, um dir eine klare, schrittweise Strategie für Ein- und Ausstieg zurechtzulegen, statt auf Bauchgefühl oder einzelne YouTube-Prognosen zu vertrauen. Beobachte dich beim nächsten Kursanstieg ganz bewusst: Merkst du, wie die Euphorie hochkommt? Das ist genau der Moment, um an deine Strategie zu denken statt an das nächste vermeintliche Zehnfache.

Hier geht es zum Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=_zXnea5jxxM&t=396s

DISCLAIMER: Der Inhalt ist KEINE Finanzberatung und widerspiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrung wider. Alle Angaben sind ohne Gewähr und sollten nicht als Grundlage für Investmententscheidungen gesehen werden. Kenne die Risiken beim Investieren in Kryptowährungen und kontaktiere einen Fachexperten. Alle Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum um den 20. August 2026.

Warum ist es so schwer, im Bullenmarkt Gewinne mitzunehmen?

Weil steigende Kurse ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle erzeugen, das dazu verleitet, immer mehr zu investieren statt Gewinne zu sichern, und weil niemand die Angst haben möchte, eine weitere Kurssteigerung zu verpassen.

Sollte ich auf eine feste Kurszahl warten, um zu verkaufen?

Nein, feste Zielzahlen führen oft dazu, dass du den Absprung verpasst, wenn der Kurs knapp darunter dreht. Sinnvoller ist es, prozentual und in mehreren Schritten aus einer Position auszusteigen.

Ist es sinnvoll, auf ein neues Allzeittief zu warten, bevor ich wieder kaufe?

Nicht unbedingt. Wer zu lange auf einen bestimmten Tiefstkurs wartet, verpasst häufig den Wiedereinstieg ganz, wenn der Markt dreht, bevor diese Marke erreicht wird.

Was hat sich im aktuellen Marktzyklus im Vergleich zu früher verändert?

Der Markt wird inzwischen stärker von professionellen Investoren, Banken und institutionellen Käufern getragen statt überwiegend von Privatanlegern, was klassische Übertreibungsphasen abschwächen kann.

Brauche ich Hebelprodukte, um in dieser Marktphase erfolgreich zu sein?

Nein, Leverage-Strategien sind ausschließlich für sehr erfahrene Anleger geeignet und sollten kein spontaner Ersatz für eine durchdachte, schrittweise Strategie sein.

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