Lohnt sich der ETF VanEck Defense UCITS?

Analyse des VanEck Defense UCITS mit Finanzmarkt-Hintergrund.

Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung

Seit 2022 steht die Weltordnung Kopf. Kriege, geopolitische Spannungen und eine massiv gestiegene Nachfrage nach Sicherheit haben eine ganze Branche in einen wirtschaftlichen Ausnahmezustand katapultiert: die Rüstungsindustrie. Während sich Politiker über Aufrüstung streiten, freuen sich Anleger über Kursgewinne, die ihresgleichen suchen. Kaum ein Investment polarisiert dabei so stark wie der ETF VanEck Defense, der genau auf diesen Trend setzt.

Moralisch fragwürdig, finanziell hochinteressant – dieser Widerspruch begleitet das Thema Rüstungsinvestments seit jeher. Doch Zahlen lügen nicht, und die Zahlen des VanEck Defense sind beeindruckend. Wer sich für das Thema Sicherheit und Verteidigung als Geldanlage interessiert, bekommt hier einen ehrlichen Blick auf Chancen, Risiken und die Frage, ob sich ein Einstieg wirklich lohnt.

"Alle Zahlen in diesem Artikel beziehen sich auf den Stand 31.07.2026 und können sich seither verändert haben. Prüfe vor einer Entscheidung immer die aktuellen Werte im Verkaufsprospekt bzw. den wesentlichen Anlegerinformationen des ETF."

Was steckt hinter dem VanEck Defense ETF?

Ein Mann in Anzug präsentiert Informationen über den ETF VanEck Defense.

Armin Dzubur

Der VanEck Defense existiert erst seit 2023 – ein echtes Nachwuchsprodukt also. Trotzdem hat er bereits 7,2 Milliarden US-Dollar an Anlegergeldern eingesammelt, und der Trend zeigt weiter nach oben. Der ETF bildet den Market Vector Global Defense Industry Index ab und konzentriert sich voll auf Unternehmen aus den Bereichen Verteidigungstechnologie, Cybersicherheit und verteidigungsrelevante Dienstleistungen.

Ein Blick auf die Sektorenverteilung zeigt die klare Ausrichtung: 88,4 Prozent Industrie, 11,6 Prozent Informationstechnologie. Bargeldreserven gibt es keine - der ETF ist zu 100 Prozent investiert.

Wer die Länderverteilung dominiert

Bei der geografischen Verteilung ist die Dominanz der USA unübersehbar:

  • USA: 48,76 %
  • Frankreich: 9,46 %
  • Südkorea: 8,87 %
  • Israel: 7,03 %
  • Italien: 6,86 %
  • Schweden: 5,63 %
  • Norwegen: 3,23 %
  • Singapur: 3,21 %
  • Sonstige: 6,95 %

Die Top-Positionen im Fonds

Besonders auffällig: Die Top-4-Positionen machen zusammen 31,6 Prozent des Gesamtvermögens aus. Bei insgesamt nur 45 gehaltenen Positionen bedeutet das dennoch eine spürbare Konzentration. Zu den Schwergewichten zählen RTX Corporation (9,79 %), Palantir Technologies (7,63 %), Thales SA (7,32 %) und Leonardo SPA (6,86 %), gefolgt von Namen wie Elbit Systems, Curtiss-Wright Corporation, Saab AB, HANWHA Aerospace, Kongsberg Gruppen ASA und Singapore Technologies.

Wie schlägt sich der ETF im Renditevergleich?

Einen Vergleich mit dem eigenen Index zu ziehen, macht wenig Sinn, da der ETF diesen ohnehin nahezu eins zu eins abbildet. Spannender ist der Blick auf andere global orientierte Wettbewerber, die in den letzten Jahren ebenfalls aus dem Boden gestampft wurden.

Im Zeitraum vom 1. Februar 2024 bis zum 01. September 2026 zeigt sich ein klares Bild:

ETFRendite seit Feb. 2024
iShares Global Aerospace & Defense UCITSca. 83 %
Future of Defense UCITSca. 110 %
VanEck Defenseca. 123 %

Damit hat der VanEck Defense seine Konkurrenz nicht nur geschlagen, sondern regelrecht überflügelt. Eine Performance, die aktuell in kaum einem anderen Marktsegment zu finden ist.

Chancen: Warum die Nachfrage weiter steigt

Die zentrale Chance des ETFs liegt in den anhaltenden globalen Unsicherheiten. Seit 2022 haben geopolitische Spannungen massiv zugenommen, und mit ihnen steigen auch die Militärausgaben weltweit.

Besonders die NATO treibt diese Entwicklung voran: Mitgliedsstaaten haben sich auf ein Ziel von bis zu 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben verständigt. Davon sollen rund 3,5 Prozent in Rüstung und Personal und etwa 1,5 Prozent in Infrastruktur fließen.

Hinzu kommt ein politischer Faktor: Die USA treten nicht mehr im gewohnten Maß als globaler Schirmherr auf. Die Folge - Länder müssen sich zunehmend selbst aufrüsten. Auch in Deutschland ist dieser Kurswechsel längst spürbar. Ein weiterer Pluspunkt für Anleger: Die Rüstungsbranche zeigt oft eine gewisse Unabhängigkeit von der allgemeinen Konjunktur, da sie kaum mit klassischen Aktienindizes korreliert.

Risiken, die du kennen solltest

So attraktiv die Renditen auch sind - Risiken gibt es reichlich:

  • Branchen- und Sektorrisiko: Die komplette Ausrichtung auf Sicherheit und Verteidigung macht den ETF anfällig für Entwicklungen in genau diesem Segment.
  • Standortrisiko: Knapp 49 Prozent des Fonds sind auf die USA konzentriert.
  • Positionsrisiko: Nur 45 Einzelwerte bedeuten eine geringe Streuung.
  • Liquiditätsrisiko: Der Fonds ist zu 100 Prozent investiert. Bei größeren Mittelabflüssen müssen Papiere verkauft werden, teils auch mit Verlust.

Was der ETF kostet

Bei den Gebühren punktet der VanEck Defense im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich:

KostenartHöhe
Einstiegskosten0 %
Laufende Kosten p.a.0,55 %
Portfolio-Transaktionskosten0,03 %

Da der Anlagekorb vergleichsweise klein ist, können bei Umschichtungen zwar zusätzliche Kosten entstehen, insgesamt bleibt der ETF aber deutlich günstiger als klassische aktiv gemanagte Fonds.

Fazit

Mann im Anzug sitzt auf einer Bank und verkörpert den VanEck Defense ETF.

Armin Dzubur

Der VanEck Defense zeigt seit seiner Auflegung eine beeindruckende Wertentwicklung und hat sich gegenüber vergleichbaren Wettbewerbern klar als Spitzenreiter positioniert. Die politischen Rahmenbedingungen – steigende Verteidigungsbudgets, NATO-Ziele und ein verändertes Sicherheitsverständnis in Europa – sprechen dafür, dass die Nachfrage nach Rüstungsgütern auf absehbare Zeit hoch bleibt.

Gleichzeitig darfst du die Risiken nicht ausblenden: geringe Diversifikation, hohe USA-Gewichtung und die grundsätzliche Abhängigkeit von einer einzelnen, politisch sensiblen Branche. Wer bereit ist, diese Risiken zu tragen und sich bewusst für das Thema Sicherheit und Verteidigung als Investment entscheidet, findet im VanEck Defense aktuell kaum eine Alternative mit vergleichbarer Performance.

Bevor du investierst, prüfe ehrlich, ob ein solches Nischeninvestment zu deiner persönlichen Anlagestrategie und deinen moralischen Vorstellungen passt. Beobachte die Entwicklung der Militärausgaben in den kommenden Monaten - sie dürfte einer der wichtigsten Frühindikatoren für die weitere Kursentwicklung bleiben.

Wenn du endlich nicht mehr blind in Fonds oder ETFs investieren willst und es satt hast, hohe Gebühren zu bezahlen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden. 

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Ist der VanEck Defense ETF für Einsteiger geeignet?

Grundsätzlich ja, allerdings solltest du dir der geringen Diversifikation und der starken Branchenkonzentration bewusst sein, bevor du investierst.

Warum ist der ETF so stark auf die USA fokussiert?

Die USA sind weltweit führend in der Rüstungsindustrie und beherbergen die größten und umsatzstärksten Verteidigungsunternehmen, weshalb sie im Index entsprechend hoch gewichtet sind.

Welche Rolle spielt die NATO für die Kursentwicklung?

Die von der NATO vereinbarten höheren Verteidigungsausgaben der Mitgliedsstaaten sorgen für eine politisch getriebene, langfristig stabile Nachfrage nach Rüstungsgütern.

Wie hoch ist das Risiko durch die geringe Anzahl an Positionen?

Mit nur 45 Positionen und einer Top-4-Gewichtung von über 30 Prozent besteht ein erhöhtes Klumpenrisiko im Vergleich zu breiter gestreuten ETFs.

Sind die Kosten des ETFs im Vergleich fair?

Mit laufenden Kosten von 0,55 Prozent pro Jahr und keinen Einstiegskosten liegt der VanEck Defense im üblichen Rahmen für spezialisierte Themen-ETFs und deutlich unter aktiv gemanagten Fonds.

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