Lohnt sich ein Investment in den Kryptomarkt?
Armin Dzubur I AD Finanz- & Vermögensplanung
Der Bitcoin-Kurs schwankt wie ein Fieberthermometer: Erst euphorische 100.000 Euro, mittlerweile nur noch rund 67.500 Euro. Wer damals eingestiegen ist, weil angeblich "nur noch nach oben" ging, hat eine schmerzhafte Lektion gelernt. Wer allerdings deutlich früher zugeschlagen hat, als der Kurs noch bei rund 25.000 Euro lag, sitzt heute trotz des Rückgangs auf einem Plus von rund 170 Prozent. Diese Gegenüberstellung zeigt das eigentliche Problem am Kryptomarkt – und das hat nichts mit Betrug oder Schwindel zu tun.
Das eigentliche Risiko liegt nicht in der Anlageklasse selbst, sondern in den immer gleichen Verhaltensmustern, denen Anlegerinnen und Anleger reihenweise auf den Leim gehen. Wer verstehen will, warum so viele Menschen am Kryptomarkt Geld verlieren, muss sich diese Muster genau ansehen. Denn die gute Nachricht ist: Sie lassen sich erkennen und vermeiden - vorausgesetzt, du kennst sie.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und Einschätzungen wieder und ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Kryptowährungen zählen zu den volatilsten und risikoreichsten Anlageklassen und sind mit einem hohen Risiko bis hin zum Totalverlust verbunden.
Die drei größten Fehler am Kryptomarkt

Armin Dzubur
Fehler 1: Die Illusion der Sicherheit
Sobald ein Kurs über Wochen und Monate nur eine Richtung kennt, entsteht ein gefährliches Gefühl: das Gefühl von Sicherheit. Beim Bitcoin-Höchststand von 100.000 Euro klang es überall gleich: "Das geht nur noch höher, das geht nur noch schneller. The sky is the limit", hieß es.
Die Realität an der Börse sieht anders aus. Nichts ist sicher, schon gar nicht eine Richtung, die sich in Stein gemeißelt anfühlt. Genau diejenigen, die am lautesten von der ewigen Aufwärtsspirale gesprochen haben, wurden von der Realität eingeholt. Diese Selbstüberschätzung des Marktes ist einer der größten Fehler, die sich aktuell beobachten lassen.
Fehler 2: Nie Gewinne mitnehmen
Der zweite typische Fehler: Geld liegen lassen, komme was wolle. Viele Anlegerinnen und Anleger hören vor allem auf die lautesten Stimmen - die Maximalisten, die immer neue Kursziele ausrufen. Dabei geht es doch eigentlich um Rendite, nicht um Ideologie.
Die Wahrheit ist: Die meisten Menschen steigen nicht aus tiefer Überzeugung in Kryptowährungen ein, sondern weil sie vom Momentum mitgerissen werden. Sie wollen einfach an der Welle mitverdienen. Das Problem dabei: Wer nie Gewinne realisiert, hält den Rückgang irgendwann seelisch nicht mehr aus. Und dann wird ausgerechnet am Tiefpunkt verkauft - nicht, weil die ursprüngliche Entscheidung falsch war, sondern weil der Schmerz zu groß geworden ist.
Fehler 3: Der Wechsel von Bitcoin zu Shitcoins
Der dritte Fehler ist besonders tückisch: der Umstieg von etablierten Kryptowährungen wie Bitcoin auf sogenannte Shitcoins. Die Logik dahinter klingt zunächst verständlich: "Mit Bitcoin verdopple ich vielleicht mein Geld, mit diesem neuen Coin kann ich es verhundertfachen. Warum sollte ich mich also mit Bitcoin begnügen?"
Das Problem: Die überwiegende Mehrheit dieser Coins ist schlicht Betrug. Influencer werden dafür bezahlt, bestimmte Projekte zu promoten - bezahlt entweder in Kryptowährung oder über Provisionen. Die bittere Wahrheit dabei: Die meisten dieser Coins existieren heute schlicht nicht mehr. Sie haben den nächsten Marktzyklus nicht überlebt und sollten von Anlegerinnen und Anlegern konsequent gemieden werden.
So gehst du Krypto-Investments klüger an
Nachdem klar ist, welche Fehler den Markt prägen, stellt sich die entscheidende Frage: Wie machst du es besser? Die Antwort liegt in einem klaren, schriftlich festgehaltenen Plan, den du bestenfalls vor deinem ersten Investment aufstellst.
Stell dir dabei folgende Fragen:
- Warum investiere ich überhaupt in diese Anlageklasse?
- Wie lange möchte ich mein Geld investiert lassen?
- Ab welchem Punkt ergibt die Investment-Story für mich noch Sinn?
- Was sind meine persönlichen Warnsignale, bei denen ich sofort aussteige?
Wer diese Fragen schriftlich fixiert, trifft im Ernstfall - wenn der Kurs fällt und die Emotionen hochkochen - deutlich rationalere Entscheidungen.
Gewinne mitnehmen als Strategie
Ein entscheidender Baustein für mehr Gelassenheit am Kryptomarkt: Realisiere Gewinne, auch in Teilschritten. Teilverkäufe helfen enorm dabei, fallende Kurse mental besser auszuhalten. Von realisierten Gewinnen ist schließlich noch niemand ärmer geworden - und wer ein klassisches Wertpapierdepot nutzt, freut sich sogar der Staat mit über die fällige Steuer.
Alles hinterfragen - auch die Experten
Der wohl wichtigste Grundsatz für jeden, der sich mit Kryptowährungen beschäftigt: Hinterfrage alles. Wer behauptet eigentlich, dass der Bitcoin auf 250.000, 500.000 oder eine Million Euro steigen wird? Und aus welchem Grund?
Ein Blick auf die Interessenlage lohnt sich immer. ETFs, Börsen, Influencer, Bankberater und Finanzberater – sie alle verfolgen eigene Interessen. Das gilt letztlich für jeden, der in diesem Markt eine Meinung vertritt. Entscheidend ist, dass diese Interessen offen und transparent kommuniziert werden, damit du als Anlegerin oder Anleger eine informierte Entscheidung treffen kannst.
| Verhalten | Risiko | Bessere Alternative |
|---|---|---|
| Blind auf steigende Kurse setzen | Verluste bei Trendwende | Klaren Investment-Plan mit Zielen und roten Flaggen festlegen |
| Nie Gewinne realisieren | Verkauf aus Panik am Tiefpunkt | Teilverkäufe bei definierten Kursmarken einplanen |
| In unbekannte Shitcoins wechseln | Totalverlust durch Betrug | Bei etablierten, geprüften Werten bleiben |
Fazit

Armin Dzubur
Kryptowährungen sind weder automatisch Betrug noch eine Garantie für schnellen Reichtum. Entscheidend ist, wie du an das Thema herangehst. Wer blind auf immer steigende Kurse vertraut, keine Gewinne mitnimmt und sich von vermeintlichen Verhundertfachungs-Versprechen locken lässt, wird über kurz oder lang enttäuscht.
Nimm dir deshalb Zeit für einen klaren Plan, bevor du investierst. Frag dich, warum du investierst, wie lange und wo deine persönlichen Warnsignale liegen. Und trau dich, Gewinne mitzunehmen, statt alles auf eine Karte zu setzen. Beobachte dich beim nächsten Kursanstieg selbst: Redest du dir gerade eine Sicherheit ein, die es an der Börse gar nicht gibt?
Wenn du nicht blind in das Projekt Kryptomarkt oder Kapitalmarkt investieren willst und es satt hast, falschen Versprechen zu folgen, ohne zu wissen, was du überhaupt bekommst. Wenn du längst gemerkt hast, dass deine Investments nicht zu deinen Zielen passen und du nie wieder das Gefühl haben willst, finanziell ausgenutzt zu werden.
Dann buche dir ein kostenfreies Erstgespräch unter www.armin-dzubur.com.
Ist Krypto grundsätzlich Betrug?
Nein, die Anlageklasse selbst ist kein Betrug. Problematisch sind bestimmte Verhaltensmuster am Markt sowie ein Großteil der sogenannten Shitcoins, die tatsächlich häufig auf Täuschung ausgelegt sind.
Wann sollte ich Gewinne bei Kryptowährungen realisieren?
Es empfiehlt sich, schon vor dem Investment feste Kursmarken für Teilverkäufe festzulegen. So triffst du die Entscheidung rational und nicht erst dann, wenn der Kurs bereits fällt und Emotionen die Oberhand gewinnen.
Warum wechseln so viele von Bitcoin zu kleineren Coins?
Die Hoffnung auf eine schnellere und höhere Rendite treibt viele dazu, in unbekannte Coins zu wechseln. Das Risiko ist dabei jedoch deutlich höher, da ein großer Teil dieser Projekte den nächsten Marktzyklus nicht überlebt.
Woran erkenne ich eine "rote Flagge" bei einem Krypto-Investment?
Rote Flaggen definierst du am besten individuell und schriftlich vor deinem Investment - etwa unrealistische Renditeversprechen, fehlende Transparenz oder massive Promotion durch bezahlte Influencer.
Muss ich allen Prognosen zu Bitcoin-Kurszielen vertrauen?
Nein, im Gegenteil: Hinterfrage jede Prognose kritisch und schau dir an, welches Interesse die Person oder Institution hinter der Aussage verfolgt.