Wie lange dauert Outplacement? Realistische Dauer für Unternehmen
Wie lange dauert Outplacement? Realistische Dauer für Unternehmen
Wie lange Outplacement dauert, lässt sich nicht seriös mit einer pauschalen Zahl beantworten.
Ein Softwareentwickler in einer wirtschaftsstarken Region bewegt sich in einem anderen Arbeitsmarkt als ein langjähriger Produktionsmitarbeiter mit engem Suchradius oder ein Geschäftsführer, der ausschließlich vergleichbare C-Level-Positionen sucht.
Aus unseren bisherigen Projekten zeigt sich deshalb vor allem eines:
Nicht jeder Teilnehmer braucht gleich lange – und genau das sollte bereits zu Beginn eingeplant werden.
Welche Dauer ist realistisch?
In den bisher von Beringer & Partner ausgewerteten Outplacement-Projekten lagen die jeweiligen Medianwerte bis zum neuen Job zwischen 58 und 143 Tagen.
Die Unterschiede waren erheblich.
Beispiele:
- IT-Dienstleister Karlsruhe: 58 Tage
- Tech-Unternehmen Berlin: 61 Tage
- Versicherung München: 66 Tage
- Logistikunternehmen Duisburg: 68 Tage
- Maschinenbau-Fusion Nürnberg: 71 Tage
- Maschinenbau-Sanierung Bielefeld: 74 Tage
- Standortschließung Wuppertal: 92 Tage
- Geschäftsführer-Outplacement Mannheim: 143 Tage
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Wie lange dauert Outplacement normalerweise?“
Sondern:
„Wie lange dürfte die Neuplatzierung für genau diese Berufsgruppen und diese Region dauern?“
Warum IT und Finance häufig schneller sind
In mehreren unserer Projekte zeigten sich neue Perspektiven für IT- und Finance-Profile vergleichsweise früh.
Das bedeutet nicht, dass jeder IT-Spezialist automatisch schnell eine neue Stelle findet.
Aber Erfahrungen und Kompetenzen sind häufig auf viele Unternehmen übertragbar.
Bei sehr spezialisierten Produktionsprofilen kann der relevante Arbeitgebermarkt dagegen deutlich kleiner sein.
Dann spielen Faktoren wie:
Wohnort
Mobilität
Schichtbereitschaft
Branchenerfahrung
und
regionale Industriestruktur
eine wesentlich größere Rolle.
Warum Führungskräfte länger brauchen können
Bei einem Geschäftsführer ist Geschwindigkeit nicht automatisch das wichtigste Ziel.
Passende C-Level-Positionen sind deutlich seltener als klassische Fachpositionen.
Hinzu kommen:
- Unternehmensgröße
- Umsatzverantwortung
- Branche
- Gesellschafterstruktur
- Vergütung
- Region
- strategische Erfahrung
- persönliche Reputation
Bei einem von uns begleiteten Geschäftsführer in Mannheim lag das erste belastbare Angebot nach rund 115 Tagen vor.
Der Wechsel in die neue Geschäftsführerposition erfolgte nach rund 143 Tagen.
Hier war eine selektive und diskrete Suche wichtiger als maximale Geschwindigkeit.
Warum die ersten 90 Tage besonders wichtig sind
Für Arbeitgeber sollte nicht nur die endgültige Neuplatzierung betrachtet werden.
Ein Teilnehmer kann noch keinen neuen Vertrag unterschrieben haben und trotzdem bereits mehrere konkrete Prozesse führen.
Deshalb messen wir zusätzlich die:
Angebotsquote innerhalb von 90 Tagen.
Sie zeigt früher, ob tatsächlich Bewegung im Markt entsteht.
Wenn nach mehreren Monaten weder Gespräche noch Angebote entstehen, sollte geprüft werden:
Passt die Positionierung?
Ist der Suchradius zu klein?
Sind die Gehaltsvorstellungen realistisch?
Muss der Zielmarkt erweitert werden?
Oder funktioniert die bisherige Marktbearbeitung nicht?
Welche Faktoren beeinflussen die Dauer?
Besonders relevant sind:
Position und Fachgebiet
Gefragte und breit einsetzbare Kompetenzen erhöhen häufig die Zahl möglicher Arbeitgeber.
Region
Ein Profil kann bundesweit hervorragend vermittelbar sein und gleichzeitig innerhalb eines Suchradius von 30 Kilometern nur wenige passende Arbeitgeber haben.
Mobilität
Homeoffice, Pendelbereitschaft und Umzugsbereitschaft können den erreichbaren Markt erheblich verändern.
Gehaltsvorstellung
Wenn das bisherige Gehalt deutlich über dem regionalen Markt liegt, kann sich die Neuplatzierung verlängern.
Spezialisierung
Sehr spezialisiertes Wissen kann sowohl Vorteil als auch Einschränkung sein.
Aktivität am Markt
Wer lediglich auf ausgeschriebene Stellen reagiert, nutzt nur einen Teil des möglichen Arbeitgebermarktes.
Deshalb spielt aktive Marktbearbeitung im Outplacement eine wichtige Rolle.
Warum Arbeitgeber keine pauschalen Versprechen erwarten sollten
Aussagen wie:
„Wir platzieren jeden Teilnehmer innerhalb von drei Monaten.“
klingen attraktiv.
Sie ignorieren aber die Unterschiede zwischen den einzelnen Arbeitsmärkten.
Seriöser ist es, zu Beginn zu bewerten:
Welche Profile dürften schnell neue Optionen finden?
Bei welchen Teilnehmern ist mit einer längeren Suche zu rechnen?
Welche Hindernisse können wir frühzeitig erkennen?
Damit wird aus einem pauschalen Versprechen eine realistische Neuplatzierungsstrategie.
Welche Kennzahlen sollten Unternehmen verfolgen?
Wir betrachten vier zentrale Werte:
Neuplatzierungsquote innerhalb von sechs Monaten
Median Time-to-New-Job
Angebotsquote innerhalb von 90 Tagen
Konflikt- beziehungsweise Klagequote
Gerade Median und Angebotsquote zeigen, wie schnell ein Outplacement-Projekt tatsächlich Wirkung entwickelt.
Fazit
Outplacement dauert nicht pauschal drei oder sechs Monate.
In unseren bisherigen Projekten reichten die Medianwerte von 58 Tagen bei einem jungen IT-Umfeld bis zu 143 Tagen bei einer Geschäftsführer-Neuplatzierung.
Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst früh eine allgemeine Dauer zu versprechen.
Entscheidend ist, den konkreten Arbeitsmarkt der betroffenen Mitarbeiter zu verstehen und den Fortschritt während der Neuplatzierung messbar zu machen.

Beringer & Partner
Sie möchten wissen, welche Neuplatzierungsdauer bei Ihren Mitarbeitern realistisch ist?
Beringer & Partner analysiert die betroffenen Berufsgruppen und deren Arbeitsmärkte und entwickelt darauf basierend die passende Outplacement-Strategie.
Neuplatzierung realistisch einschätzen lassen